Atomdiskussion
Ökostromanbieter – der lachende Dritte

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Konkurrenz. Während Atomstrom-Befürworter aus Politik und Industrie sich mit Demonstranten um die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke verbal und womöglich noch härter bekriegen, profitieren Ökostromanbieter von der anhaltenden Debatte, zum Beispiel das Unternehmen Naturstrom.
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HB DÜSSELDORF. "Seit die Laufzeitverlängerung beschlossen wurde, hat sich bei uns die Zahl der Neukunden pro Woche auf 1 000 verdoppelt", sagt Naturstrom-Chef Oliver Hummel der Wirtschaftswoche. "Damit wachsen wir schneller als alle anderen großen Ökostromanbieter", so Hummel. "2011 wollen wir unsere Kundenzahl mindestens um weitere 50 Prozent steigern". Naturstrom habe mittlerweile nahezu 100 000 Kunden.

Zu der aktuellen Debatte um die durch Ökostromsubventionen steigenden Stromtarifen sagte Hummel: "Keiner muss sich die Preiserhöhung gefallen lassen. Jeder kann in fünf Minuten zu einem preiswerteren Anbieter wechseln, ohne Risiko. In der Regel sind Öko-Stromanbieter sogar billiger als die Stadtwerke". Der Grund sei, dass die meisten Ökostromanbieter "weniger Mitarbeiter beschäftigen und keine großen Firmenzentralen unterhalten". Zudem müssten viele Stadtwerke hohe Gewinne erwirtschaften, weil die Kommunen damit leere Kassen füllen wollen.

Das Problem der Ökostromanbieter in Deutschland ist jedoch, dass grüner Strom nicht als solcher verkauft werden darf und die grünen Energieanbieter in der Regel nur Wasserstrom importieren. "Das ist ein Problem. Und da müssen wir gegensteuern", sagt Hummel. "Naturstrom investiert daher in den Neubau von Erzeugungsanlagen in Deutschland. Außerdem schließen wir seit Jahren direkt Verträge mit Windanlagen- und Wasserkraftwerksbetreibern".

Mehr bei www.wiwo.de.

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