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30.06.2008 

Lediglich der 2007 geschaffene russische Staatskonzern Rosenergoatom ist neu auf dem Markt. Andere Anbieter wie AEG und ABB haben die Segel gestrichen oder sind bei der Konkurrenz untergekommen. Siemens hat sich als Anbieter von Nukleartechnik verabschiedet, hält aber eine Beteiligung von 34 Prozent an Areva und liefert weiter Turbinen, Generatoren und Leittechnik für den nicht-nuklearen Teil der Kernkraftwerke. Der US-Pionier Westinghouse wurde von Toshiba übernommen. General Electric ist mit Hitachi eine Verbindung eingegangen. In China, Indien und Korea baut die nationale Industrie.

John Krenicki, Chef der Energiesparte von GE, ist jedoch optimistisch, dass die Anlagenbauer die von McCain propagierte Auftragsflut bewältigen könnten. "Es wäre eine große Herausforderung für die Industrie, doch es wäre machbar", sagte er dem Handelsblatt. "Wir haben keine Verspätungen. Durch unsere Partnerschaft mit Hitachi sind wir sehr gut aufgestellt."

Auch wenn Krenicki betont, dass GE bisher keine Probleme mit der Abwicklung der Aufträge habe, stöhnt er doch wie die gesamte Branche über die Kostensteigerungen. Die Preise hätten sich in wenigen Jahren verdoppelt, heißt es. Wie im gesamten Anlagenbau sind auch hier die Zulieferer extrem ausgelastet und liefern entweder später oder mit kräftigen Preisaufschlägen.

Der US FPL Group, -Nuklearbetreiber der in Florida zwei neue Reaktoren bauen will, schätzt die Kosten für dieses Projekt auf sechs bis neun Mrd. Dollar. Nach Angaben des US-Kongresses betrugen die durchschnittlichen Kosten für ein zwischen 1966 und 1986 gebautes Kraftwerk nur drei Mrd. Dollar.

Areva hat wegen der Verzögerungen beim Bau des Reaktors in Finnland mehrmals Rückstellungen gebildet. Die Reaktor-Sparte des französischen Konzerns fuhr im vorigen Jahr einen operativen Verlust von 178 Mill. Euro bei einem Umsatz von 2,7 Mrd. Euro ein. Siemens hatte im Frühjahr Belastungen von 600 Mill. Euro aus dem Kraftwerksgeschäft eingeräumt. "Die Bauzeit von fünf Jahren in Finnland war ein sehr ambitionierter Zeitplan", sagt ein Siemens-Sprecher. Es habe sehr hohe Sicherheitsanforderungen und eine umfangreiche Dokumentation gegeben. Für das Projekt war ein Festpreis von drei Mrd. Euro festgeschrieben worden.

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