Atomkraft
Siemens hat große Nuklear-Pläne

Der Wiedereinstieg von Siemens ins Nuklear-Geschäft wird konkret. Noch im März könnte der Konzern nach Handelsblatt-Informationen eine Absichtserklärung mit der russischen Rosatom für eine umfangreiche Kooperation schließen. Siemens will sich dabei erstmals seit vielen Jahren auch wieder im "heißen Bereich" der Nukleartechnik engagieren.

BERLIN/MÜNCHEN. "Wir beabsichtigen, unser Engagement in Schritten auch in den nuklearen Kreislauf hinein auszuweiten", sagte Siemens-Vorstand Wolfgang Dehen. Die Kernenergie stehe vor einer weltweiten Renaissance. "Heute bietet der Markt ein fantastisches Potenzial." Siemens wolle mit Rosatom eine führende Rolle spielen.

Die Deutschen hatten vor wenigen Wochen den Ausstieg aus einem Nuklear-Joint-Venture mit Areva verkündet. In dem Gemeinschaftsunternehmen mit Areva hatte Siemens nur eine Minderheitsposition und daher wenig Einfluss. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Zustimmung zum deutsch-russischen Nuklearbündnis signalisiert.

Die Bundesregierung fördert seit einiger Zeit zudem wieder die nukleare Sicherheitsforschung. Antreiberin ist Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). Sie wird dabei von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) unterstützt. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin, der einst den Atomausstieg mitverhandelte, sagte hingegen: "Es ist interessant, dass Siemens auf dieses Geschäftsfeld setzt, obwohl im letzten Jahr nicht ein einziger Reaktorblock weltweit ans Netz gegangen ist."

Doch geht die Atom-Renaissance weiter. 20 Jahre nach dem Ausstieg Italiens aus der Kernenergie unterzeichneten Frankreich und Italien gestern ein Abkommen über die Zusammenarbeit in der Atomenergie. Ein neues Kernkraftwerk soll demnach "spätestens im Jahr 2020" in Italien ans Netz gehen.

P>Der Siemens-Konzern will mit Hilfe Russlands auch in den "heißen Bereich" der Nuklearenergie zurückkehren. "Klar ist, dass wir uns nicht nur im konventionellen Teil engagieren wollen. Wir beabsichtigen, unser Engagement in Schritten auch in den nuklearen Kreislauf hinein auszuweiten", sagte der verantwortliche Siemens-Vorstand Wolfgang Dehen dem Handelsblatt. Der Konzern hatte zuletzt nur noch den politisch weniger kontroversen konventionellen Teil, wie zum Beispiel Turbinen und die Steuerungstechnik für Kernkraftwerke, geliefert.

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