Atomkraftwerk
Meiler Forsmark droht komplette Schließung

Für den schwedischen Energieversorger Vattenfall wird das Kernkraftwerk Forsmark zum Millionengrab: In die Skandalserie der vergangenen Wochen reiht sich nun die Botschaft ein, dass aus dem Kraftwerk mehr Radioaktiviät entweicht als gedacht. Das Wort „Zukunft“ könnte in dem schwedischen Dorf eine beängstigend kurze Zeitspanne bezeichnen.

HB Stockholm. Dünner kann die Luft in Forsmark kaum werden: Gerade einmal vierzehn Tage hat das staatliche Unternehmen Vattenfall noch Zeit, die Sicherheitsmängel an seinem Kraftwerk zu beseitigen. Zwei Wochen Zeit für die Lösung dreier Probleme. Schaffen es die Skandinavier nicht rechtzeitig, kann die schwedische Atomaufsicht den Energieversorgern die Schotten vollständig dicht machen.

Das neueste Schlagloch auf der Forsmark-Baustelle: Aus Reaktor 1 ist wesentlich mehr an radioaktiven Stoffen ausgewichen als bisher vom Betreiber angegeben. Wie die Stockholmer Zeitschrift mitteilt sind dort seit 2004 drei- bis vier Mal so hohe Mengen an gefährlichen Substanzen ausgetreten wie bisher angenommen. Der Radioaktivitätsskandal ist bereits die zweite Hiobsbotschaft um Forsmark 1 innerhalb weniger Wochen. Anfang Februar musste Vattenfall den Reaktoren wegen eines Dichtungsschadens vom Netz nehmen.

Dieses erste Sorgenkind ist bei weitem nicht das einzige des Kraftwerks: Im laufenden Monat wurde der zweite Reaktor des Werks ebenfalls abschaltet, weil auch dieser einer Sicherheitsprüfung nicht Stand gehalten hatte. Nun fordert sich schwedische Atomaufsicht zeitnah einen Bericht über Sicherheitskontrollen von Vattenfall. Können die Energieversorger den nicht bis Ende dieses Monats vorlegen, wird mit Forsmark 3 auch der letzte Überlebende vom Netz abgeschnitten. Dann ist die Schließung des gesamten Werks abzusehen.

Greenpeace-Aktivisten dürften sich bereits die Hände reiben: Hatten doch die Naturschützer als erste der Firma Vattenfall eine mangelnde Sicherheitskultur vorgeworfen. Es sei beängstigend und inakzeptabel, wie hier Sicherheitsvorschriften ignoriert oder bewusst mit Füßen getreten würden. Die bittere Erkenntnis: Mit dieser düsteren Schilderung scheinen die Umweltschützer Realitätsbewusstsein bewiesen zu haben.

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