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Atomkraftwerk: Vattenfall gibt Schäden an Brennstäben zu

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, sagt ein Sprichwort. Ob das bei Vattenfall auch gilt, bezweifeln Kritiker. Schließlich hat der Versorger wegen Pannen in Atomkraftwerken schon vor den erneuten Störfällen Besserung gelobt. Heute stellte sich der Europachef den Journalisten, zeigte Reue und gab an, dass der Schaden noch größer ist als bisher gedacht.

Tuomo Hatakka, Europa-Chef von Vattenfall, heute auf der Pressekonferenz. Quelle: Reuters
Tuomo Hatakka, Europa-Chef von Vattenfall, heute auf der Pressekonferenz. Quelle: Reuters

jf/HB BERLIN. Der Stromkonzern Vattenfall hat nach der Panne im Atomkraftwerk Krümmel einen weiteren möglichen Schaden eingeräumt und eine Prüfung aller Abläufe zugesagt. Es gebe mit großer Wahrscheinlichkeit einen Brennstab-Schaden, sagte der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy, Ernst Michael Züfle, am Donnerstag in Berlin. Vielleicht seien einige wenige von rund 80 000 Brennstäben im Reaktor defekt. Dies hat nach ersten Erkenntnissen nichts direkt mit dem Trafo-Kurzschluss vom Wochenende zu tun.

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An diesem Freitag soll der Druckbehälter des Reaktors für Untersuchungen geöffnet werden. Für die Bevölkerung habe nach dem Kurzschluss zu keinem Zeitpunkt irgendein Risiko bestanden.

„Jetzt stehen alle Prozesse, technisch und organisatorisch, auf dem Prüfstand“, sagte der Chef der deutschen Vattenfall-Tochter, Tuomo Hatakka. Dazu sei ein Sonderermittler eingesetzt worden. Vattenfall enschuldigte sich indirekt. Es sei zu Sorgen in der Bevölkerung gekommen. „Das bedauern wir natürlich sehr“, sagte Hatakka. Der Vorfall sei nur eine „Normalmeldung“ gewesen. „Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass Fehler gemacht wurden.“ Der Fall sei ein herber Rückschlag im Bemühen um mehr Vertrauen.

Vattenfall versprach klare Konsequenzen. Hatakka sagte, er stehe mit seinem eigenen Namen dafür. Er wies Kritik an der Informationspolitik zurück. „Zu keinem Zeitpunkt haben wir Informationen zurückgehalten.“

Der schwedische Ex-Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Hans Blix, hat die Informationspolitik des Vattenfall-Konzerns nach dem jüngsten Störfall im norddeutschen Atomkraftwerk Krümmel kritisiert. Blix sagte nach einem Besuch beim Unglücksreaktor Tschernobyl: „Natürlich ist es nicht akzeptabel, dass die Behörden nicht sofort unterrichtet wurden.“

Blix gehört seit einer Pannenserie in schwedischen Vattenfall-Reaktoren 2006 zu einem externen Beratergremium des Unternehmens. Er sagte, dass er keinen Zweifel „am Engagement der Unternehmensführung für eine optimale Sicherheitskultur habe“. Der auch als UN-Mittler im Irak weltweit bekanntgewordene Schwede meinte weiter, er erwarte umfassende Informationen über die Vorgänge in Krümmel sowie um das im eigenen Land in die Kritik geratene Vattenfall-Kernkraftwerk Ringhals.

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