Atommeiler sollen bei Gefahr eingenebelt werden Neues Sicherheitskonzept für Atomkraftwerke

Mit einer bislang nur beim Militär eingesetzten Vernebelungstechnik sollen Atomkraftwerke vor Anschlägen aus der Luft geschützt werden. Die deutschen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall Europe und EnBW bestätigten einen entsprechenden Bericht des Handelsblattes.
Kernkraftwerke wie das in Obrigheim bieten nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz keinen ausreichenden Schutz gegen Terrorangriffe mit Passagierflugzeugen, Foto: dpa

Kernkraftwerke wie das in Obrigheim bieten nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz keinen ausreichenden Schutz gegen Terrorangriffe mit Passagierflugzeugen, Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. „Die vier deutschen Atomkraftwerksbetreiber haben sich auf ein gemeinsames Schutzkonzept geeinigt“, sagte eine Sprecherin des Energiekonzerns Eon am Donnerstag in Berlin. In einem Rahmenvertrag sei die Rüstungsfirma Rheinmetall mit dem Projekt beauftragt worden. „Das ist ein Baustein im Gesamtsicherheitskonzept, das nach den Anschlägen vom 11. September in Deutschland entwickelt wird“, sagte eine Sprecherin von RWE in Essen.

„Im Falle einer Gefahr kann ein Kraftwerk binnen weniger Sekunden in künstlichem Nebel verschwinden“, erklärte ein Rheinmetall-Sprecher. Der Nebel bestehe aus umweltfreundlichem Phosphor. Bis 2005 könnten alle 18 deutschen Atommeiler mit dem Schutz ausgerüstet sein. Weitere Details wollte der Sprecher aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Die Vernebelungstechnik wurde für militärische Zwecke entwickelt und wird von Rheinmetall nun erstmals im zivilen Bereich eingesetzt. Das Auftrags-Volumen bewege sich in einem zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Das Bundesumweltministerium (BMU) sagte dazu, das Konzept der Betreiber reiche in der vorgelegten Form nicht aus, den Schutz der Anlagen vor terroristischen Angriffen deutlich zu verbessern. „Es kann allenfalls dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit eines gezielten Auftreffens eines Flugzeugs auf ein Reaktorgebäude zu verringern, sofern alle Nachbesserungen und Randbedingungen erfüllt werden, die die Bundesaufsicht den Betreibern und den Genehmigungsbehörden der Länder aufgegeben hat“, sagte ein Ministeriumssprecher.

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