Attacke auf Boeing

Airbus baut neues US-Werk

Airbus macht Ernst: Der Flugzeugbauer bestätigt den Bau eines neuen Werks in den USA. Ab 2015 will der Konzern den Konkurrenten Boeing auf dem Heimatmarkt attackieren. Nun wurden erste Details des Deals bekannt.
Update: 02.07.2012 - 19:35 Uhr 6 Kommentare
Airbus-Werk in Hamburg. Der neue US-Standort in Mobile soll ab 2015 Flugzeuge der A320-Serie herstellen. Quelle: dpa

Airbus-Werk in Hamburg. Der neue US-Standort in Mobile soll ab 2015 Flugzeuge der A320-Serie herstellen.

(Foto: dpa)

HuntsvilleDer europäische Flugzeugbauer Airbus startet mit dem Bau seines ersten Werkes in den USA einen Frontalangriff auf den Erzrivalen Boeing. Die Europäer setzen für 600 Millionen Dollar oder umgerechnet 475 Millionen Euro sieben große Hallen auf die grüne Wiese samt nötiger Startbahn. Schon in drei Jahren sollen in der Hafenstadt Mobile im Bundesstaat Alabama die ersten Maschinen der Serie A320 montiert werden. Es ist eine Kampfansage an Boeing.

„Wir müssen in den USA sichtbar sein“, sagte der neue Airbus-Chef Fabrice Brégier bei der Vorstellung der Pläne vor Ort. In keinem anderen Land der Erde werden mehr Flugzeuge verkauft als in den Vereinigten Staaten. Bislang sind die USA aber die Schwachstelle der Europäer, die sich weltweit mit dem Titel des größten Flugzeugbauers schmücken. „Wir sind der Überzeugung, dass wir einen größeren Anteil am Markt bekommen können“, sagte Brégier.

In den USA beherrscht das Boeing-Konkurrenzmodell B737 die Lüfte. Die Maschinen mittlerer Reichweite mit ihren 100 bis 200 Sitzen sind ideal, um die Städte in dem weiten Land miteinander zu verbinden. Airbus' Hoffnung ist, dass eine Fertigung vor Ort das Eis bei den US-Fluggesellschaften bricht. Die Chefs mehrerer Airlines äußerten sich bereits positiv. Überdies fällt das Wechselkursrisiko durch die US-Produktion weg. Flugzeuge werden weltweit in Dollar gehandelt.

Der Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Thomas Enders, trat der Befürchtung entgegen, dass das neue US-Werk Jobs in Europa gefährde. Airbus baut den A320 unter anderem in Hamburg. „Nein, das heißt überhaupt keinen Abbau von Arbeitsplätzen“, sagte Enders dem Fernsehsender n-tv. „Wir rechnen im Gegenteil damit, dass jeder Arbeitsplatz, der in Mobile jetzt entsteht, ungefähr vier Arbeitsplätze bei Airbus nach sich zieht.“

Airbus schätzt den Bedarf an sogenannte Single-Aisle-Maschinen, also Flugzeugen mit einem einzigen Gang wie beim Airbus A320, in den in den nächsten 20 Jahren auf 4600 Stück in den USA. „Diese Montagelinie bringt uns unseren Kunden näher“, sagte Brégier.

Die einzelnen Sektionen werden in den europäischen Fabriken vorgefertigt, per Schiff in den Hafen von Mobile gebracht, und im dortigen Werk dann zu kompletten Fliegern zusammengesetzt. Anschließend werden die Maschinen lackiert, getestet und an die Kunden ausgeliefert.

Erste Auslieferung für das Jahr 2016 erwartet
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6 Kommentare zu "Attacke auf Boeing: Airbus baut neues US-Werk"

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  • Logischerweise geht es einzig und alleine ums Natural-Hedging, sprich Devisenkurs-Risiken $ / € zu neutralisieren.

    Well done, Mayor Tom !

  • It's just another example of rising German arrogance, ignorance and stupidity. This must be Angela Merkel's idea. How to not make friends and influence people.

  • Gerade für die USA mit hoher Arbeitslosigkeit, vielen Obdachlosen und jetzt sinkender Wirtschaftskraft sowie hoher Staatsverschuldung, dürfte diese Meldung ein Segen sein.
    Auch wenn es "nur" 1000 Arbeitsplätze sein werden und wahrscheinlich Steuervergünstigungen usw. auch für Airbus da sein werden, ist die Signalwirkung für die US-Amerikaner durchaus positiv aufzunehmen.

  • Ein Airbuswerk in den USA?

    Das macht doch überhaupt keinen Sinn, die USA kommen doch über die Transatlantischen Abkommen sowieso an alle relevanten Betriebsgeheimnisse. Da muss man doch nicht extra ein Werk dort drüben bauen.

  • Von Mobile am Golf von Mexico kann man leicht New Orleans und Florida erreichen.

    Da machen die "Dienstreisen" wenigstens auch ein bißchen Spaß.

    Honni soit qui mal y pense :)

  • Urlaub auf Krankenschein. Lohndumping und Schleuserei auf Krankenkassenbeitragserhöhung.

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