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15.07.2008 

Auch die Investmentbanker gehen in Position. Conti betraut bereits Mitte vergangener Woche vorsichtshalber die US-Investmentbank Goldman Sachs als Defense-Berater, nachdem die ersten Gerüchte über eine Attacke kursieren. Die erfahrenen Übernahmespezialisten sollen Wennemer und seine Vorstände bei ihren nächsten Schritten beraten. Denn es ist wie bei einem hochklassigen Schachspiel: Ein falscher Zug kann in den kommenden Tagen über Erfolg und Misserfolg des Übernahmeangriffs entscheiden. Der gelungene Eröffnungszug von Schaeffler hat Conti bereits in die Defensive getrieben. Aber noch ist Wennemer vom Schachmatt weit entfernt. Einen ersten Punkt kann auch Conti bereits für sich verbuchen. Die einflussreichen Arbeitnehmervertreter der IG Metall schlagen sich auf die Seite von Wennemer, obwohl er unter den Gewerkschaften wenig Sympathien genießt.

Doch auch Schaeffler zieht nicht allein in den Kampf. Die Herzogenauracher haben sich ebenfalls professionelle Unterstützung auf Bankenseite gesichert. So soll Schaeffler mit der Royal Bank of Scotland (RBS) zusammenarbeiten und sich der Dienste von Investmentbankern versichert haben. In der Branche wird über die Namen Merrill Lynch und Deutsche Bank spekuliert. Ersteres wäre nicht ohne Pikanterie: Noch Ende vergangener Woche hatte Merrill Lynch die Einstufung für die Continental-Papiere von "buy" auf "neutral" gesenkt und das Kursziel gesenkt. Ein Schaeffler-Sprecher wollte sich dazu ebenso wie die Banken zunächst nicht äußern.

Doch angeblich hat Merrill Lynch im Auftrag von Schaeffler bereits in großem Umfang Optionen auf Conti erworben, heißt es. Lässt Porsche grüßen? Auch die Stuttgarter haben ihre Übernahme von VW mit Optionen eingefädelt. Investmentbanker glauben, die Attacke auf Conti könnte weitere Interessenten anlocken. Experten sind deshalb sicher, dass Schaeffler mehr als den kolportierten Preis von gut zehn Milliarden Euro für Conti auf den Tisch legen muss. Autoanalyst Arndt Ellinghorst von der Credit Suisse hält 16 Milliarden Euro für fair. Ein Gewinner des Tauziehens steht damit bereits fest: die Conti-Aktionäre. Die Papiere stiegen gestern in der Spitze bis zu 25 Prozent.

Mitarbeit: Peter Köhler, Christoph Hardt

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