Attacke auf Weltmarktführer Diageo
Pernod mischt Wodka-Markt auf

Der französische Wein- und Spirituosenkonzern Pernod Ricard hat das Rennen um Schwedens größten Alkoholproduzenten Vin & Sprit und dessen bekannte Wodka-Marke „Absolut“ für sich entschieden. Dafür zahlten sie einen hohen Preis, auf den die Börse prompt reagierte.

STOCKHOLM/DÜSSELDORF. Die Franzosen griffen für den Kauf des schwedischen Staatskonzerns Vin & Sprit tief in die Tasche: Insgesamt 5,6 Mrd. Euro ließ sich Pernod Ricard die Übernahme kosten. Um den schwedischen Staatskonzern hatten sich auch der Produzent von Jim-Beam-Whiskey, Fortune Brands, und der Rumhersteller Bacardi bemüht. Pernod Ricard steigt mit der Übernahme zum größten Wodka-Hersteller auf und rückt dicht an den britischen Spirituosen-Weltmarktführer Diageo (Smirnoff, Dimple, Johnny Walker) heran.

Der Kaufpreis entspricht dem 20,8-fachen Vin-&-Sprit-Betriebsgewinn des Jahres 2007 - ein Rekord in der Spirituosenbranche. Experten hatten den Wert des Konzerns auf etwa vier Mrd. Euro geschätzt. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, lag die nächstbeste Übernahmeofferte von Bacardi bei 4,86 Mrd. Euro. Pernod Ricard will den Kauf vollständig über Kredite finanzieren. Konzernchef Patrick Ricard bezifferte in Stockholm die erwarteten Synergien auf 125 bis 150 Mill. Euro im Jahr.

Analysten bezeichneten den von Vin & Sprit erzielten Preis als "sehr hoch". Auch Mitbieter Fortune Brands betonte, der Übernahmepreis von 5,6 Mrd. Euro wäre "nicht im Interesse unserer Aktionäre" gewesen. Bei den Anteilseignern von Pernod Ricard herrschte gestern denn auch Katerstimmung. Die Aktie gab an der Pariser Börse zwischenzeitlich um fast fünf Prozent nach. Schwedens Wirtschaftsminister Mats Odell sprach dagegen von einem "sehr guten Preis, sehr gut für den Staatshaushalt". Der Firmensitz werde auch nach der Übernahme in Stockholm bleiben, versicherte er. Die schwedischen Gewerkschaften äußerten Zustimmung, weil die neuen Besitzer den Absolut-Wodka weiter im südschwedischen Åhus produzieren lassen wollen.

Den Franzosen fehlte bisher zwar eine Wodka-Premium-Marke. Mit Marken wie Chivas Regal, Ramazotti, Ballentine?s und Havanna Club zählte das Unternehmen aber auch schon vor dem jetzigen Milliardendeal zu den Großen der Branche. Vin & Sprit beschäftigt 2 100 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet 1,1 Mrd. Euro. Pernod Ricard hat 18 000 Mitarbeiter, der Umsatz betrug 6,4 Mrd. Euro.

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