Attacke von Qoros
Der Volkswagen-Schreck aus China

Mit chinesischem Geld und deutscher Expertise baut Qoros den ersten ernsthaften Herausforderer aus dem Land der Mitte. Die Marke ist zwar noch ein Exot, hat aber große Pläne für die Zukunft.
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München„Mit Anfang 60 wird man in der deutschen Industrie entsorgt“, sagt Gert Hildebrand. Dieses Schicksal wollte der ehemalige BMW-Designer nicht erleiden. Vor drei Jahren begann er noch einmal ein persönliches Abenteuer. „Per Handschlag“ erhielt er in Shanghai einen neuen Job, erinnert sich Hildebrand auf dem Handelsblatt-Autogipfel in München. Heute ist er Chefdesigner von Qoros, dem ambitioniertesten Startup in der chinesischen Autoindustrie.

Qoros ist ein Joint Venture zwischen der Israel Corporation und dem chinesischen Autobauer Chery. Anders als sonst in China üblich produziert das Unternehmen nicht eine westliche Automarke, sondern will eine neue Marke mit eigenem Design schaffen. Dazu nutzt man allerdings westliche und vor allem deutsche Expertise.

Geleitet wird Qoros von dem ehemaligen VW-Manager Volker Steinwachscher, das Blechkleid stammt von Hildebrand. Kein Wunder das der Qoros drei, wie eine Kreuzung aus einem VW-Jetta und einem 3er-BMW aussieht. Zum Tragen komme „die gesammelte Erfahrung älterer Herren“, kokettiert Hildebrand. Mancher in der deutschen Autoindustrie hält das Engagement von Steinwascher und Hildebrand für Verrat, schließlich baue das Duo einen potentiellen Rivalen auf.

Tatsächlich will man mit dem gefälligen Design erstmals Chinesen davon überzeugen, dass auch eigene Automarken begehrlich sein können. Denn bisher kauft man in Shanghai und Peking lieber einen VW, Audi, BMW oder Hyundai, wenn man Wohlstand demonstrieren will. Der Qoros soll das ändern: „Wir bieten 15 Prozent mehr Inhalt für 15 Prozent weniger Preis“, verspricht Hildebrand. Serienmäßig gibt es beispielsweise große Touchscreens, auf die man in China besonders viel Wert legt.

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