Attackierter Konzern warnt vor dem Verlust von Pharma-Partnern
Regierungen versprechen im Fall Aventis Neutralität

Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands wollen sich nicht in die Übernahmeschlacht von Sanofi-Synthélabo und Aventis einmischen. Das haben Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Präsident Jacques Chirac nach einem Treffen übereinstimmend erklärt. Damit entspreche man dem Wunsch der Vorstände, sagte Schröder.

FRANKFURT/M. Das Interesse der Politik liege nur im Erhalt von Arbeitsplätzen. Zuvor hatte der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, Schröder zu einem Machtwort aufgefordert, weil sich die französische Regierung in einer „bisher ungeahnten Weise“ eingemischt habe.

Der französische Präsident, dem die Billigung des Sanofi-Übernahmeversuchs nachgesagt wird, zeigte sich erfreut von der Zusage des Sanofi-Chefs, Arbeitsplätze und Forschungseinrichtungen von Aventis in Deutschland zu erhalten. Schröder betonte, dass er deutsch-französische Unternehmenszusammenschlüsse prinzipiell begrüße, diese aber nach dem Muster des Luftfahrtkonzerns EADS freundschaftlich organisiert werden sollten.

Unterdessen befürchtet Aventis, dass im Falle einer Verschmelzung mit Sanofi das Unternehmen langsamer wachsen wird als bei einem Alleingang. Das gab Chief Operating Officer Richard Markham gestern zu bedenken. Eine Übernahme würde die Ausrichtung von Aventis auf den US-Markt schwächen und mehr auf den nur langsam wachsenden europäischen Markt lenken. Darüber hinaus fürchtet Aventis-Chef Igor Landau, dass im Fall einer feindlichen Übernahme wichtige Kooperationspartner abspringen. Landau hat mehrfach angedeutet, Aventis könnte wichtige Produkte verlieren, die das Unternehmen mit anderen Firmen entwickelt und vermarktet.

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