«Attraktives Produkt» erfordert weniger Rabatt
Audi denkt über Verlagerung nach Amerika nach

Audi erwägt eine Verlagerung von Teilen der Fertigung nach Amerika. So könne die VW-Tochter Wechselkurs-Schwankungen besser in den Griff bekommen, sagte Audi-Chef Winterkorn.

HB BERLIN. Der Autohersteller Audi will dem Druck hoher Löhne in Deutschland entkommen und erwägt eine Verlagerung von Teilen seiner Fertigung in die USA oder nach Mexiko. «Wir denken immer wieder intensiv über eine Produktion in Amerika oder anderen Staaten der nordamerikanischen Freihandelszone nach», sagte Audi-Chef Martin Winterkorn der Zeitung «Welt am Sonntag». «Fakt ist, dass wir versuchen müssen, die Autos kostengünstiger zu produzieren.»

Das zu Volkswagen gehörende Unternehmen könne bei einer Verlagerung nach Amerika Wechselkursschwankungen besser in den Griff bekommen, erklärte Winterkorn. Außerdem würde Audi dann «als lokale Marke gelten», was sogar wichtiger sei. Der Autobauer wolle den Absatz in den USA spürbar erhöhen. Dazu soll das Vertriebsnetz von derzeit 80 auf 150 Exklusivhändler ausgebaut werden, wie der Audi-Chef ergänzte.

«Außerdem veredeln wir in Zukunft die Autos für den US-Markt», sagte Winterkorn weiter. «Die Amerikaner wollen hochglänzende Räder und Autos mit viel Chrom. Darauf reagieren wir.» So werde das Audi-Flaggschiff A8 «an einigen Stellen der Karosserie anders aussehen». Audi bringe bei manchen Fahrzeugen «sozusagen eine Export-Version», so der Firmenchef.

In der Rabattschlacht hält sich Audi nach Winterkorns Aussagen ganz gut: Bei Audi liege die durchschnittliche Rabattspanne mit 2000 Euro deutlich unter Wettbewerbsniveau. «Das geht noch.» Wichtig sei, ein «attraktives Produkt» zu bieten – «dann muss man weniger Rabatt geben».

In den kommenden beiden Jahren will Audi gleich mehrere neue Modelle auf den Markt bringen. Laut «Welt am Sonntag» werden einige davon wahrscheinlich nicht in Deutschland gebaut. Favorit für die Produktion sei neben mehreren Fertigungsstätten in Osteuropa auch das VW-Werk im mexikanischen Puebla, wo es freie Kapazitäten gebe.

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