Attraktives Unternehmen
Jugendliche schätzen "Siemens"

Schmiergeldaffäre hin oder her: Der Siemens-Konzern steht bei Jugendlichen nach wie vor hoch im Kurs, wenn es um das Thema Lehrstelle geht. Schließlich ist Siemens einer der größten Ausbildungsbetriebe in Deutschland.

HB MÜNCHEN. Für das kommende Ausbildungsjahr werde Siemens nach derzeitigem Stand mehr als 40 000 Bewerbungen erhalten und damit ähnlich viele wie im Vorjahr, sagte Siemens-Ausbildungsleiter Günther Hohlweg in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. "Die Attraktivität von Siemens hat nicht gelitten." Mit insgesamt rund 10 000 Auszubildenden an 50 Standorten in Deutschland zählt Siemens neben der Deutschen Bahn und Großkonzernen wie Daimler zu den wichtigsten Lehr-Betrieben in Deutschland.

6 300 Lehrlinge bildet Siemens für den eigenen Bedarf aus, die übrigen in Kooperation mit anderen Unternehmen. Bei der Einstellung von Auszubildenden gibt Siemens nach Angaben Hohlwegs Jugendlichen mit allen Abschlüssen eine Chance. 55 Prozent der Auszubildenden haben einen Realschulabschluss, 30 Prozent Abitur und 15 Prozent einen Hauptschulabschluss. "Diese Mischung ist gewollt", sagt Hohlweg. Die Qualität der Bewerber habe - anders als vielfach beklagt - nicht nachgelassen. "Wir bekommen genug gute Bewerber."

Damit dürfte es Siemens besser ergehen als vielen kleineren Betrieben. Insgesamt werde die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr erstmals seit sieben Jahren mehr Lehrstellen anbieten als es Bewerber gibt, hatte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, vor wenigen Tagen angekündigt.

Um auch Schülern mit schlechten Noten eine Chance zu geben, stellt Siemens in diesem Jahr 250 Ausbildungsplätze für benachteiligte Bewerber zur Verfügung. "Viele von ihnen haben sich in anderen Firmen erfolglos beworben und hätten sonst keine Chance", sagte Hohlweg. Diese Auszubildenden bräuchten zwar eine intensivere Betreuung, seien aber auch besonders motiviert. Außerdem will Siemens sein Engagement in den neuen Bundesländern verstärken und 150 zusätzliche Plätze in Ausbildungs- und Studiengängen vor allem im technischen Bereich anbieten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%