ATV wird in Bremen gebaut
EADS-Weltraumsparte soll Plus schreiben

Noch in diesem Jahr will der europäische Luftfahrt-Konzern EADS mit seiner Weltraumsparte in die Gewinnzone zurückkehren - nach Personalabbau und Umstrukturierungen.

HB BREMEN. Es solle zumindest „eine schwarze Null“ erreicht werden, sagte der Präsident von EADS Space Transportation, Josef Kind, am Dienstagabend in Bremen. In Deutschland sei der Abbau von 1 000 der 4 000 Stellen fast abgeschlossen, europaweit müssten 2 700 der 13 700 Beschäftigten gehen. Den Verlust seit 2001 bezifferte Kind auf eine Milliarde Euro bei einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro.

Der Bau der europäischen Trägerrakete Ariane ist laut Kind zur Zeit die stärkste Säule des EADS-Raumfahrtgeschäftes. Im deutschen EADS-Kompetenzzentrum in Bremen sollen bis 2009 nach seinen Worten 30 Oberstufen für die Ariane 5 im Gesamtwert von drei Milliarden Euro produziert werden. Um gegenüber den Raketenbauern in den USA und Russland konkurrenzfähig bleiben zu können, musste EADS die Kosten laut Kind durch erhebliche Umstrukturierungen um 40 Prozent reduzieren: „Wir haben das System auf den Kopf gestellt.“

Ebenfalls in Bremen sollen in den kommenden Jahren sechs so genannte Automatische Transport Vehikel (ATV) zur Versorgung der internationalen Raumstation ISS gebaut werden. Der erste ATV werde bereits im Oktober 2005 starten; danach soll alle eineinhalb Jahre ein weiteres Transportsystem folgen.

Die Internationale Raumstation bereitet den europäischen Raumfahrtexperten allerdings Sorgen. Durch den Ausfall der amerikanischen Shuttle-Flüge könne das ebenfalls in Bremen gebaute Raumlabor frühestens Anfang 2007 zur ISS gebracht werden. Bis dahin müssten 80 bis 100 an dem Columbus-Projekt beteiligte Ingenieure bei EADS weiter beschäftigt werden, um das Know-how nicht zu verlieren. Zur Zeit mangele es aber an entsprechenden Entwicklungsaufträgen.

Hauptursache für die Verluste bei EADS Space war laut Kind die rapide gesunkene Nachfrage nach Raketen, insbesondere weil nur noch wenige Telekommunikationssatelliten ins All geschossen wurden. Die Amerikaner hätten diese Verluste durch militärische Aufträge ausgleichen können. Bereits 2005 oder 2006 werde EADS Space aber wieder moderate Gewinne erzielen. Den Anteil der Raumfahrt am EADS- Konzern bezifferte Kind auf 8,5 Prozent.

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