Auch 2008 mehr Investitionen geplant: Konzerne stemmen sich gegen die Krise

Auch 2008 mehr Investitionen geplant
Konzerne stemmen sich gegen die Krise

Wirtschaft paradox: Die Talfahrt an den Aktienmärkten und die Fundamentaldaten der Firmen stehen in einem krassen Gegensatz. Auch in diesem Jahr machen die deutschen Unternehmen wahrscheinlich satte Gewinne. Doch die Aktien brechen seit Jahresanfang ein.

DÜSSELDORF. Die meisten Konzerne wollen trotz wachsender Rezessionsängste in den USA in diesem Jahr in Deutschland mehr investieren und mehr Mitarbeiter einstellen als im Vorjahr. Das ist das Ergebnis einer Handelsblatt-Umfrage unter den 30 Konzernen des Deutschen Aktienindexes (Dax).

Insgesamt will ein Drittel der Konzerne die Investitionen gegenüber 2007 erhöhen, ein weiteres Drittel mindestens gleich hoch halten. Auf die bevorstehenden Jahresabschlüsse, in denen die Konzerne ihre Prognosen präsentieren, verwiesen sieben weitere Firmen und äußerten sich nicht. Nur ein Konzern plant niedrigere Ausgaben.

Vor allem Industrieunternehmen, die 2007 kräftig wuchsen, gehen auch 2008 in die Vollen, darunter der Nutzfahrzeugkonzern MAN, der Gasespezialist Linde und der Mischkonzern Siemens. Selbst Continental kann sich derzeit höhere Aufwendungen als 2007 vorstellen. Das überrascht schon deshalb, weil beim Reifenspezialisten im vergangenen Jahr die 11,4 Mrd. Euro teure Übernahme der Siemenstochter VDO zu Buche stand. "Neue große Übernahmen stehen sicherlich nicht auf der Tagesordnung, aber Conti wird in Produkte und Standorte investieren", glaubt Unicredit -Automobilanalyst Georg Stürzer. Auch bei der Deutschen Telekom, die sich lange dem Schuldenabbau verschrieben hatte, wachsen die Begehrlichkeiten. Allein der Ausbau der in den USA erworbenen Netzlizenzen kostet mehrere Milliarden.

So wie Conti und Telekom konzentrieren sich fast alle Unternehmen auf das Ausland. Darin spiegelt sich ihre starke Präsenz in der Ferne wider. In 20 Jahren haben die Dax-Konzerne ihren Umsatzanteil im Ausland von 30 auf 60 Prozent verdoppelt. "Davon profitieren aber auch die inländischen Produktions- und Entwicklungsstandorte", sagt ein Sprecher des Dialysespezialisten FMC.

Tatsächlich schlagen sich Rekordgewinne, wie sie die Dax-Konzerne im laufenden Jahr zum fünften Mal in Folge anpeilen, und die höheren Investitionen in der hiesigen Beschäftigung nieder. So sucht FMC, das 96 Prozent der Umsätze im Ausland erzielt, immerhin 166 Arbeitskräfte in Deutschland - und stellt damit mehr als im Vorjahr und über die Fluktuation hinaus ein. Das gilt in größerem Rahmen auch für die Deutsche Lufthansa. Sie investiert 14 Mrd. Euro in über 170 neue Flugzeuge. Dafür benötigt sie weitere 4 300 Mitarbeiter.

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