Auch Autozuliefergeschäft legt zu
Voestalpine profitiert von höheren Stahlpreisen

Höhere Stahlpreise haben der österreichischen Stahl- und Verarbeitungsgruppe Voestalpine AG ein kräftiges Ergebnisplus im ersten Quartal 2003/04 (Geschäftsjahr zum 31. März) beschert.

Reuters WIEN. Bei einem Konzernumsatz von 1138,4 (972,1) Millionen Euro sei das Betriebsergebnis (Ebit) auf 74,8 (41,2) Millionen Euro gestiegen, teilte die Voestalpine am Montag mit. Das Ergebnis vor Steuern wurde mit 80,1 (16,2) Millionen Euro, das Periodenergebnis mit 51,0 (10,5) Millionen Euro angegeben. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) - also im Wesentlichen der Cash Flow - stieg auf 147,3 (108,2) Millionen Euro.

Der Konsensus von Analysten für das Ebit war bei rund 68 Millionen Euro gelegen. Das Ergebnis vor Steuern war bei 70 Millionen Euro erwartet worden.

Voestalpine will auch im laufenden Geschäftsjahr trotz des unverändert schwierigen Konjunkturumfeldes zulegen. Aufgrund der ingesamt guten Position des Konzerns gehe man von einem gegenüber dem vorigen Geschäftsjahr zumindest leicht besseren Umsatz und Ergebnis aus, bekräftigte voestalpine frühere Angaben.

2002/03 hat Voestalpine bei einem Umsatz von 4,4 Milliarden Euro mit einem Ebit von 223,0 Millionen Euro das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt. Das Ergebnis vor Steuern hatte 122,0 (90,8) Millionen Euro betragen.

Division Stahl profitiert von höheren Preisen

Der Umsatzzuwachs ist in erster Linie auf die Konsolidierung von Zukäufen zurückzuführen. Erstmals voll konsolidiert wurden unter anderen die niederländische Railpro B.V. und die VAE AG. Der Mehrumsatz der zugekauften Unternehmen gab die voestalpine mit 125 Millionen Euro an.

Die Division Stahl habe den Umsatz um zehn Prozent steigern können. Dies sei überwiegend auf das um rund zehn Prozent höhere Preisniveau gegenüber dem Vorjahresquartal zurückzuführen, heißt es in der Mitteilung. Mit Stahl erzielte die Gruppe einen Umsatz von 579,0 (526,1) Millionen Euro und ein Ebit von 48,8 (16,7) Millionen Euro. Die Ebit-Marge sei auf 8,4 (3,2) Prozent erhöht worden, ist dem Aktionärsbrief zu entnehmen.

Die nachgelagerten Verarbeitungsdivisionen hätten durchwegs etwas rückläufige Margen zu verzeichnen gehabt, weil das Vormaterial Stahl teurer gewesen sei.

Die Division Bahnsysteme weist einen Umsatz von 334,9 (230,2) Millionen Euro und ein Ebit von 14,7 (10,7) Millionen Euro aus. Die Ebit-Marge ging auf 4,4 (4,6) Prozent zurück. Der Umsatzzuwachs ist in erster Linie auf die Vollkonsolidierung der Railpro und der VAE zurückzuführen.

Das Autozuliefergeschäft, die division motion, legte nach Angaben der Voestalpine auf 182,6 (169,5) Millionen Euro im Umsatz zu. Das Ebit sei auf 4,0 (6,0) Millionen Euro zurück gegangen, was einer Ebit-Marge von 2,2 (3,5) Prozent entspricht. Voestalpine begründete das rückläufige Ergebnis mit einmaligen Anlaufkosten neuer Schlüsselanlagen in den USA sowie mit Bau und Inbetriebnahme einer zweiten Pressenstrasse in Deutschland.

Die Divsion Profilform weist Umsätze von 111,1 (102,9 ) Millionen Euro aus. Das Ebit wurde mit 9,6 (11,1) Millionen Euro, die Ebit-Marge mit 8,7 (10,8) Prozent angegeben. Die höheren Stahlpreise hätten nicht an den Markt weiter gegeben werden können, was in einem rückläufigen Ergebnis resultierte, heißt es im Aktionärsbrief.

Die Ebit-Marge für den Konzern im ersten Quartal 2003/04 wurde mit 6,6 (4,2) Prozent - wesentlich bestimmt durch die stark gestiegene Ebit-Marge in der Stahl-Division - angegeben.

Bedingt durch Zukäufe ist gegenüber dem Vorjahresquartal die Nettofinanzverschuldung auf 779,6 (453,8) Millionen Euro gestiegen, so Voestalpine. Der Nettoverschuldungsgrad - das net gearing - liege bei nun 42,4 (26,2) Prozent.

Investiert wurden im ersten Quartal 2003/04 100,7 (71,4) Millionen Euro. Schwerpunkt sei nach wie vor das Projekt „Linz 2010“, mit dem Linz zu einem führenden Kompentenzzentrum für Stahl mit dem Schwerpunkt Automobilindustrie ausgebaut werden soll.

Im ersten Quartal 2003/04 wurden das Paket von 19,05 Prozent an der VA Technologie AG verkauft. Daraus habe man einen Buchgewinn von 17 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr hatte die Abschreibung auf das Aktienpaket das Nettoergebnis deutlich belastet.

Voestalpine notierten zuletzt mit 36,37 Euro. Die Aktie liegt seit Jänner 57,11 Prozent im Plus, während der ATX 15,52 Prozent zulegte. Die gute Performance von voestalpine ist nicht zuletzt auf die bevorstehende Privatisierung zurück zu führen.

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