Auch Azubis müssen Einbußen hinnehmen
VW schraubt an Personalkosten

Europas größter Autobauer Volkswagen will bis 2011 seine Personalkosten in Deutschland durch längere Arbeitszeiten, geringere Entlohnung und eine stärker leistungsorientierte Bezahlung um 30 Prozent senken. Auch bei Manager-Gehältern soll kräftig gespart werden. Der Autobauer dementiert die Medienberichte unterdessen.

HB BERLIN. Der Autobauer Volkswagen hat einen Bericht über weitere Kürzungen bei Manager-Gehältern zurückgewiesen. „Es geht nicht um individuelle Kürzungen von Gehältern, sondern um eine generelle Senkung der Personalkosten bis 2011“, sagte ein VW-Sprecher am Mittwoch in Wolfsburg in einer Reaktion auf einen Bericht der „Financial Times Deutschland“. VW hatte bereits vor Monaten angekündigt, die Personalkosten bis 2011 um fast ein Drittel senken zu wollen.

Das Unternehmen präzisierte frühere Angaben, in denen von erforderlichen Einsparungen in der genannten Höhe die Rede war. Sollte es VW gelingen, die Personalkosten im Inland bis 2011 um 30 Prozent zu senken, würden die Standortvorteile in Deutschland die Standortvorteile im Ausland übertreffen, sagte VW-Personalchef Josef-Fidelis Senn dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). Unter anderem solle die Ausbildungsvergütung um 20 Prozent gekürzt und die Übernahmeverpflichtung nach der Ausbildung abgeschafft werden. Im Gegenzug biete VW an, die Zahl der Lehrstellen um 20 Prozent anzuheben.

Die „Financial Times Deutschland“ sagte ein VW-Sprecher, im Management seien ebenfalls Einsparungen in Höhe von mindestens 30 Prozent angestrebt. Das gelte für den Vorstand genauso wie für die 2700 Führungskräfte der Marke Volkswagen.

VW-Personalvorstand Peter Hartz hatte bereits Anfang Juli erklärt, ohne einen Aufschwung der Automobilbranche müssten die Kosten noch deutlicher als ursprünglich geplant gesenkt werden. Um in Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben und Standort-Verlagerungen zu vermeiden, müssten die Personalkosten mittel- und langfristig um 30 Prozent gesenkt werden. Dazu sei auch die Tarifpolitik gefragt, hatte Hartz mit Blick auf die im Sommer anstehenden Tarifverhandlungen gesagt. Oberstes Ziel müsse der Erhalt der 176.544 Arbeitsplätze in Deutschland sein.

Derzeit wird bei dem Autohersteller Daimler-Chrysler um zusätzliche Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr gerungen. Zehntausende Beschäftigte des Konzerns hatten in der vergangenen Woche gegen die Pläne protestiert.

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