Auch Daimler-Chrysler erwägt Schadensersatzklage
Prozess gegen Mitsubishi startet in Japan

Jahrelang wurden bei Mitsubishi Motors Qualitätsmängel vertuscht. Seit Dienstag stehen die ersten Manager vor Gericht. Auch Daimler-Chrysler will das Unternehmen auf Schadensersatz verklagen, da die Qualitätsskandale erst nach dem Aufstocken der Anteile an der Konzerntochter zu Jahresanfang bekannt wurden. Probleme mit der Radaufhängung eines Fahrzeuges hatten 2002 zu einem Unfall mit Todesfolge geführt.

HB TOKIO. Im Skandal um die jahrelange Vertuschung von Qualitätsmängeln beim japanischen Autobauer Mitsubishi Motors stehen die ersten Manager vor Gericht. Seit gestern müssen sich der ehemalige Chairman der Daimler-Chrysler-Tochter Mitsubishi Fuso, Takashi Usami, und zwei weitere Manager vor einem Gericht in Yokohama verantworten. Auch Mitsubishi Motors (MMC) wird angeklagt.

Ihnen wird vorgeworfen, Berichte gefälscht und Fehler bei Radaufhängungen vertuscht zu haben. Probleme mit der Radaufhängung eines Fuso-Lastwagens hatten 2002 zu einem Unfall mit Todesfolge geführt. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge bestritten die Angeklagten und das Unternehmen die Vorwürfe. Weitere Prozesse zu anderen Qualitätsmängeln, unter anderem gegen den ehemaligen MMC-Präsidenten Katsuhiko Kawasoe wegen Vernachlässigung mit Todesfolge, stehen an.

Zum Zeitpunkt der Unfälle und Vertuschungen war der Lastwagen- und Busbauer Mitsubishi Fuso Truck & Bus noch ein Teil von MMC. Mittlerweile hält Daimler- Chrysler 65 Prozent. Die Stuttgarter erwägen, MMC auf Schadensersatz zu verklagen, weil erst nach dem Aufstocken ihrer Anteile zu Jahresanfang die Qualitätsskandale bekannt wurden.

Wie sehr die Skandale Fuso belasten, wurde gestern erneut klar. Allein für den Rückruf von rund 250 000 Fahrzeugen und deren Reparatur veranschlagt Fuso rund 60 Mill. Euro. Dabei handelt es sich um drei Schadensfälle von insgesamt 47, die der Hersteller im Juni bekannt gegeben hatte. Insgesamt muss Fuso mehr als eine halbe Million Fahrzeuge in die Werkstätten rufen, fast die Hälfte aller Fahrzeuge, die unter der Marke auf japanischen Straßen unterwegs sind.

Bisher wurden 14 der 47 Schadensfälle beim Ministerium angemeldet. Bis Ende Oktober will Fuso die Palette abarbeiten. Die gesamten Rückrufkosten hat das Unternehmen noch nicht beziffert. Sie werden aber im dreistelligen Millio- nen-Euro-Bereich liegen. Für den Rückruf wegen fehlerhafter Radnaben hatte Fuso bereits mit rund 48 Mill. Euro gerechnet. Zu den Rückrufkosten kommen Umsatzeinbußen in Folge des Imageschadens.

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