Auch Geschäftsführer müssen vor Gericht
Insolvenzverwalter verklagt Kodak

Einer der spektakulärsten Insolvenzfälle der vergangenen Jahre bekommt ein gerichtliches Nachspiel. Werner Schreiber, der Insolvenzverwalter der ehemaligen Kodak-Tochtergesellschaft KFS, hat den Mutterkonzern auf eine Zahlung von 74,5 Mill. Euro verklagt. Dies bestätigte der Insolvenzverwalter dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

DÜSSELDORF. Auch zwei ehemalige Geschäftsführer von Kodak müssen sich vor Gericht verantworten. Sie sollen nach dem Willen des Insolvenzverwalters jeweils fünf Mill. Euro zahlen. Ihnen wird vorgeworfen, gegen den Paragraphen 43 des GmbH-Gesetzes verstoßen zu haben: Ein Geschäftsführer darf nicht zum Schaden seiner eigenen Gesellschaft handeln. Beobachter des Geschehens sehen starke Parallelen zum Fall Siemens/BenQ.

Kodak hatte seine Fotolaborgesellschaft KFS zum 1. Dezember 2003 für einen Euro an die Heidelberger BHG Color & Print Gruppe verkauft. Nach nur drei Monaten war die KFS pleite. Weitere drei Monate später stellte auch die BHG Color & Print einen Insolvenzantrag. Insgesamt waren 2500 Mitarbeiter in ganz Deutschland betroffen.

Mitarbeiter von Kodak werfen ihrem Unternehmen vor, die Belegschaft durch den Verkauf „kalt entsorgt“ zu haben, um das Geld für Abfindungen zu sparen. Zudem habe man sie bis zuletzt über die Identität des Käufers im Unklaren gelassen. Sogar im Aufsichtsrat sei ihnen der Erwerber lediglich als „ehrenwerter Privatinvestor“ vorgestellt worden.

Gegen den Erwerber läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Mannheim. Bei Uwe Gesper (50), dem Beiratsvorsitzenden der BHG und Mara Neumann (37), der damaligen Geschäftsführerin der KFS, gebe es einen Verdacht auf Insolvenzverschleppung, Untreue und Gläubigerbegünstigung, bestätigte die Staatsanwaltschaft Mannheim dem Handelsblatt. Gesper und Neumann wohnten zum Zeitpunkt der Insolvenz unter derselben Adresse.

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