Auch höheres Alcan-Angebot abgelehnt
Poker um Pechiney

Der französische Aluminium- Konzern Pechiney hat am Montag auch ein höheres feindliches Übernahmeangebot des kanadischen Konkurrenten Alcan von knapp vier Mrd. € als zu niedrig abgelehnt. Das Unternehmen prüfe derzeit Alternativen zu Alcan, sagte Pechiney-Chef Jean-Pierre Rodier einem französischen Finanzblatt.

Reuters PARIS. Die Kanadier zogen nach der Ablehnung umgehend ihre neue Offerte zurück und hielten nur noch das seit Juli bestehende, niedrigere Angebot aufrecht. In einer neuen Runde des monatelangen Übernahmekampfes habe Alcan das Angebot auf 47 bis 48 € je Aktie erhöht, teilte Pechiney in Paris mit. Das frühere Gebot bewertete Pechiney auf Basis des Schlusskurses von Freitag mit 44,5 € je Aktie.

Doch nach Einschätzung des Pechiney-Verwaltungsrats ist das Unternehmen auch mit dem neuen Angebot weiter unterbewertet: „Es liegt nach wie vor unter dem wahren strategischen Wert, vor allem angesichts des positiven Markttrends vor dem Hintergrund des Euro-Dollar-Kurses und des Aluminium-Preises.“ Pechiney-Aktien zogen um knapp zwei Prozent an, nachdem sie zuvor vom Handel ausgesetzt waren.

Alcan, weltweit der zweitgrößte Aluminium-Produzent, hatte die Märkte im Juli mit einem Übernahmeangebot in Höhe von rund 3,4 Mrd. € für den französischen Konkurrenten überrascht. Der Verwaltungsrat von Pechiney hatte stets erklärt, er werde sich gegen eine Übernahme wehren.

Sein neues, höheres Angebot zog Alcan am Montag umgehend zurück. Zur Begründung erklärte das Unternehmen, das Gebot sei davon abhängig gewesen, dass es von der Pechiney-Führung akzeptiert werde. Alcan sei aber überzeugt, dass die Pechiney-Aktionäre auch das niedrigere Angebot in Form von Aktien und Bargeld annähmen.

Pechiney diskutiere derzeit Alternativen zu dem Alcan-Angebot, sagte Unternehmenschef Rodier der Finanzzeitung „Les Echos“ (Dienstagsausgabe). „Wir hatten Gespräche mit allen Großen der Industrie, und wir arbeiten mit einem bestimmten Teil von ihnen an einer Reihe von Alternativen.“ Pechiney sei weiterhin zuversichtlich, alleine überleben und den Wert des Unternehmens steigern zu können, sagte er weiter. „Bestimmte industrielle Verbindungen könnten aber besser sein“, fügte er hinzu. Rodier nannte keine weiteren Einzelheiten. Dafür sei es noch zu früh. Einige der Gesprächspartner wollten sich nicht festlegen, bevor die Europäische Kommission nicht über Alcans Angebot entschieden habe.

1999 hatte die EU eine zwischen Alcan, Pechiney und der Schweizer Algroup vereinbarte Fusion aus Wettbewerbsgründen untersagt. Alcan hatte damals nur Algroup übernommen.

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