Auch Interesse an einem Einstieg in den deutschen Gasmarkt
Vattenfall plant wieder Zukäufe

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall mit seiner deutschen Tochter Vattenfall Europe will in den nächsten Jahren sein Europa-Geschäft kräftig ausbauen und denkt über Käufe von Unternehmen in Nordeuropa und Deutschlands Nachbarländern nach.

STOCKHOLM. „Einiges könnte es schon im nächsten Jahr geben“, sagte Vattenfall-Chef Lars G. Josefsson am Montag in Stockholm. „Wir sind jetzt wieder offener für Zukäufe.“ In den vergangenen Jahren hatte der Konzern eine Reihe von Energieunternehmen in Nord- und Ostdeutschland gekauft und zum Tochterunternehmen Vattenfall Europe zusammengeführt. Die Tochter erwirtschaftet fast 60 Prozent der Erlöse des Konzerns und ist nun der drittgrößte Stromversorger in Deutschland. Josefsson betonte, bis 2012 wolle der Konzern in Europa einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent erreichen. Bei der derzeitigen Größe hätte der staatliche Vattenfall-Konzern dann nur einen Anteil von gut sechs Prozent. „Allein aus dem Wachstum des bestehenden Konzerns heraus können wir das nicht schaffen“, sagte Josefsson.

Auf die Frage, ob das Wachstumsziel nur über die Privatisierung von Vattenfall erreicht werden könne, sagte Josefsson: „Es gibt auch andere Möglichkeiten als eine Privatisierung.“ Er deutete an, der Staat könne seine Kapitaleinlage im Konzern auch erhöhen. Bisher habe Schweden die Expansionsbemühungen immer unterstützt.

Vattenfall Europe-Chef Klaus Rauscher nannte Überlegungen spekulativ, wonach das Unternehmen an ostdeutschen Beteiligungen des Energie Baden-Württemberg-Konzern (EnBW) interessiert sein könnte. In Branchenkreisen gilt es als sicher, dass das baden-württembergische Unternehmen sich von Beteiligungen wie der sächsischen Esag trennen will. Rauscher sagte, bisher gebe es noch keine klare Aussage von EnBW dazu.

Vattenfall bietet nach Worten von Josefsson derzeit für einen kleineren polnischen Versorger, der privatisiert werden soll. In Polen, wo der Markt erst allmählich liberalisiert wird, hat Vattenfall bereits einige Beteiligungen. Interesse signalisierte er grundsätzlich auch für Unternehmen in den Niederlanden, die bis 2005 privatisiert werden sollten.

Das Interesse für einen Einstieg in den Gas-Markt auch in Deutschland bestehe weiter, sagte der Vattenfall-Chef. Allerdings habe man hier keine Eile. Vattenfall beteiligt sich wegen nach seiner Einschätzung nach zu hohen Preisen nicht am Bieterwettstreit um den ostdeutschen Gas-Versorger VNG, für den sich unter anderem Gaz de France interessiert.

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