Auch Logistiksparte streikt
Protest bei AEG weitet sich aus

Nach der Belegschaft des AEG-Hausgerätewerks in Nürnberg haben am Freitag auch die Beschäftigten der Logistiksparte ihre Arbeit niedergelegt. Der Arbeitskampf gegen das Management der schwedischen Muttergesellschaft Elektrolux nimmt damit weiter an Schärfe zu.

HB NÜRNBERG. Die Logistikmitarbeiter am Nürnberger Electrolux-Standort traten am Freitag ebenfalls in einen unbefristeten Streik und legten damit die Geräteauslieferung lahm, wie die IG Metall mitteilte. Die Lagerarbeiter wehren sich unabhängig von den Werksbeschäftigten gegen massive Lohnkürzungen, nachdem die Electrolux-Logistiksparte Ende vergangenen Jahres aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten war.

Unterdessen hat Bundesarbeitsminister Franz Müntefering für kommenden Donnerstag einen Besuch bei den Streikenden im von der Schließung bedrohten Nürnberger AEG-Werk angekündigt. Nach Angaben der IG Metall will der SPD-Politiker und Vizekanzler am Donnerstag gegen 14.00 Uhr ein Bild von der Lage vor Ort machen. Auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters will am kommenden Freitag den AEG-Mitarbeitern Mut zusprechen.

Zuvor hatten sich bei der deutschen Elektrolux-Logistiksparte nach IG-Metall-Angaben mehr als 90 Prozent der Belegschaft für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Die bundesweit 160 Mitarbeiter kämpfen für die Beibehaltung des Tarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie. Das Elektrolux-Management will die Logistikmitarbeiter an den deutschen Standorten Nürnberg, Rothenburg und Dormagen künftig nach dem Austritt aus dem Arbeitgeberverband nach dem niedrigeren Groß- und Einzelhandels-Tarif bezahlen.

Ein weiterer Streik droht Electrolux aus den gleichen Gründen ab kommender Woche auch bei seiner Ersatzteilsparte im fränkischen Rothenburg. Nach Angaben der IG Metall könne hier bereits in den nächsten Tagen eine Urabstimmung stattfinden, falls das Management bei der letzten Tarifverhandlungsrunde für die über 200 dort beschäftigten Mitarbeiter eine Beibehaltung des Metalltarifvertrags ebenfalls verweigert.

Beim Haushaltsgerätewerk in Nürnberg befinden sich die 1 700 Beschäftigten seit einer Woche im Streik gegen die Verlagerung der Produktion nach Polen. Die IG Metall fordert für die von der Entlassung bedrohten Mitarbeiter einen Sozialtarifvertrag, der weit über einen üblichen Sozialplan hinaus gehen soll. Der Standort, an dem Waschmaschinen und Geschirrspüler gefertigt werden, soll nach Willen des Electrolux-Management bis Ende 2007 geschlossen werden.

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