Auch Lukoil will nicht bieten
Konkurrenten bieten am meisten für BASF Shell-Joint-Venture

Bei einem Verkauf an einen Wettbewerber können der weltgrößte Chemiekonzern BASF und der Mineralölkonzern Shell nach Einschätzung von Branchenexperten für ihr Chemie-Joint-Venture Basell einen Preis von bis zu sechs Milliarden Euro erzielen.

HB FRANKFURT/MAIN. Falls Basell aber an eine Investmentfirma gehe oder über einen Börsengang abgegeben werde, müssten beide Konzerne den Experten zufolge mit einem geringeren Preis rechnen.
Basell, das zu den führenden Herstellern von Polyolefinen gehört, ist jeweils zur Hälfte im Besitz von BASF und Shell. Beide hatten kürzlich erklärt, sich von ihren Anteilen trennen zu wollen. Ein Verkauf der Anteile oder ein Börsengang seien die Optionen. Reuters hatte vergangene Woche aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen erfahren, dass die BASF und Shell beratenden Banken CSFB und Lazard bis September Angebotsprospekte für das Joint Venture an Interessenten versenden wollen.

„Ich würde einen Preis von rund sechs Milliarden Euro erwarten, falls Basell an einen strategischen Käufer geht, 4,5 Milliarden Euro falls es eine Private-Equity-Firma ist und drei Milliarden Euro falls sie einen Börsengang wählen“, schätzt Oliver Günter von der Bankgesellschaft Berlin. Es gebe aber nur eine begrenzte Anzahl von potenziellen strategischen Käufern, da Mineralölkonzerne derzeit aus dem Petrochemiegeschäft aussteigen. Sein Kollege Andreas Heine von der HVB geht von einem Geschäftswert für Basell von sechs Milliarden Euro gemessen am Umsatz aus. Ein weiterer Analyst, der nicht genannt werden will, schätzt einen Geschäftswert von bis zu drei Milliarden Euro gemessen am Umsatz.

Das Gemeinschaftsunternehmen wurde im Oktober 2000 gegründet. 2003 erwirtschaftete es bei einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 300 Millionen Euro.

Am Vortag war die saudiarabische Industriegruppe Sabic einem Pressebericht entgegen getreten, an Basell Interesse zu haben. Die „Financial Times“ hatte zuvor berichtet, Sabic und der russische Energiekonzern Lukoil könnten möglicherweise für Basell bieten. Auch Lukoil teilte inzwischen mit, nicht für Basell bieten zu wollen. Aus Bankenkreisen in London verlautete am Mittwoch, Basell könnte für Beteiligungsgesellschaften interessant sein. „Möglicherweise insbesondere Buyout-Firmen in den USA, da sie über gute Erfahrungen im Chemiesektor verfügen“, hieß es in den Kreisen.

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