Auch nach Vattenfall-Offerte
HAW-Rettung nicht in Sicht

Obwohl Vattenfall Europa auf eine Strompreiserhöhung verzichtet zeichnet sich für die von einer Schließung bedrohten Hamburger Aluminium-Werke (HAW) noch keine Lösung ab.

HB HAMBURG. Die Vattenfall-Tochter Hamburgische Electricitäts-Werke (HEW) teilte am Donnerstag mit, der noch bis zum Jahresende geltende Stromvertrag solle zu gleichen Konditionen um sechs Monate verlängert werden, um HAW Zeit zur Sanierung zu geben. Voraussetzung sei, dass die Gesellschafter den Bestand der HAW für mindestens zwei Jahre verbindlich zusicherten. Ein Sprecher des an HAW beteiligten Energie- und Metallkonzerns Norsk Hydro bezeichnete die Offerte als unzureichend. „Das ist kein verhandlungsfähiges Angebot, da gibt es so viele offene Punkte“, sagte der Sprecher der Hydro-Tochter Hydro Aluminium.

Die HAW sind größter Stromkunde der HEW, gefolgt von dem Kupferhersteller Norddeutsche Affinerie und den Hamburger Stahlwerken. „Um Zeit für den Abschluss eines längerfristigen Vertrages zu gewinnen, sind wir zu dieser befristeten Sonderlösung für die HAW für den Zeitraum von sechs Monaten bereit“, sagte HEW-Chef Hans-Jürgen Cramer. Dies bedeute für sein Unternehmen eine Belastung in zweistelliger Millionenhöhe. Der Betriebsrat der Aluminiumwerke begrüßte das Angebot. Man wolle nun versuchen, Einfluss auf die Gesellschafter zu nehmen, um eine Zusage für den Erhalt der Arbeitsplätze zu bekommen. Von einer Schließung wäre ein Großteil der 550 Arbeitsplätze bedroht. Eine Betriebsrätin sagte, nach bisherigen Plänen der Eigner solle lediglich die Gießerei mit etwa 80 Stellen erhalten bleiben.

Der Verwaltungsrat des norwegischen Metall- und Energiekonzerns Norsk Hydro habe unterdessen die Stilllegung der Schmelzhütte und der Anodenfabrik der Hamburger Aluminium-Werke (HAW) für Ende 2005 empfohlen, teilte Hydro am Donnerstag in Oslo mit. An dem Hamburger Werk ist Hydro zu einem Drittel beteiligt. Am Montag wollen die drei Eigner, zu denen neben Hydro der US-Konzern Alcoa und die Austria Metall AG (Amag) gehören, über die Zukunft von HAW entscheiden. Außerdem empfahl der Hydro-Verwaltungsrat, die Aluminiumhütte in Stade bis spätestens Ende 2006 zu schließen. Dem muss noch der Aufsichtsrat der Hydro-Tochter Hydro Aluminium Deutschland zustimmen. Als Grund für die Empfehlungen gab Hydro zu hohe Stromkosten in Deutschland an.

Die Aluminium-Schmelze verbraucht extrem viel Strom. Fast 40 % der Produktionskosten entfallen auf Strom. Derzeit zahlen die Aluminiumwerke etwa 70 Mill. € jährlich für Strom, während Vattenfall zuletzt eine Erhöhung auf rund 100 Mill. forderte. Über einen neuen Vertrag wird seit Jahren verhandelt.

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