Audi-Amerika-Chef Keogh: „Amerikaner mögen Limousinen“

Audi-Amerika-Chef Keogh
„Amerikaner mögen Limousinen“

Die VW-Tochter Audi hat sich binnen weniger Jahre in den USA von einem Nischenanbieter zu einem ernstzunehmenden Spieler in der Premiumklasse gewandelt. Landeschef Scott Keogh will sogar zur Nummer eins aufsteigen.
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New YorkAudi kann die US-Amerikaner zunehmend für seine teuren Wagen begeistern. „Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Audi ist in den vergangenen drei Jahren um 10.000 Dollar gestiegen“, sagte Landeschef Scott Keogh der Nachrichtenagentur dpa in New York. „Früher waren wir in den USA eine 42.000-Dollar-Autofirma, heute sind wir eine 52.000-Dollar-Autofirma.“ Der Grund liege in einer besseren Ausstattung sowie gestiegenen Verkäufen von größeren Modellen wie den Limousinen A6 oder A8.

„Die meisten unserer Kunden wechseln von BMW“, sagte Keogh. Das gelte aber auch umgekehrt. „Die beiden Marken ziehen die gleichen Kunden an.“

Für Keogh ist das ein Erfolg: „Vor einigen Jahren wussten die meisten Amerikaner nicht, in welche Liga sie Audi eigentlich stecken sollten.“ Die Kunden seien unsicher gewesen, ob sie einen Audi mit einem BMW beziehungsweise Mercedes oder mit den meist billigeren japanischen Wettbewerbern vergleichen sollten. Heute gelte Audi bei den Amerikanern als „der Aufsteiger“, sagte Keogh. Deswegen könne die Marke auch gute Preise verlangen.

Die VW-Tochter hatte in den USA lange ein Nischendasein gefristet. Erst durch mehr Marketing, ein vergrößertes Händlernetz und neue Modelle wurden die Amerikaner auf Audi aufmerksam. Seitdem folgt ein Verkaufsrekord dem nächsten. „März sieht sehr gut aus“, sagte Keogh. „Es wird der 27. Rekordmonat in Folge sein.“ Das stimmt ihn auch für das Gesamtjahr zuversichtlich: „Die Marke wird in den USA zum ersten Mal in ihrer Geschichte mehr als 150.000 Einheiten verkaufen.“ Im vergangenen Jahr waren es 139.000 Stück - ein Zuwachs von 19 Prozent.

Neue Modelle sollen das Tempo hoch halten. Anlässlich der Auto Show in New York stellte Audi den kompakten A3 als Limousine vor. „Wir werden dramatisch mehr Autos verkaufen, die Amerikaner mögen Limousinen.“ Mit einem Schub rechnet Keogh auch, wenn der Geländewagen Q5 ab 2016 aus dem neuen Werk im benachbarten Mexiko rollt. „Das wird den Weg von der Fabrik in die Schauräume der Händler dramatisch verkürzen.“

Dagegen sieht Keogh für den kleinsten Audi, den A1, momentan keinen Markt in den Vereinigten Staaten: „Wir werden uns aber die zweite Generation des A1 sehr genau anschauen.“ Rivale BMW ist mit seiner Kleinwagen-Tochter Mini sehr erfolgreich in den USA.

„Unser Ziel ist es, die führende Premiummarke in Amerika zu werden“, sagte Keogh. Er wollte sich jedoch nicht festlegen, wann es soweit sein könnte. Noch rangeln BMW und Mercedes-Benz um die Spitzenposition. Beide verkaufen immerhin doppelt so viele Premiumwagen in den Vereinigten Staaten wie Audi, wachsen aber langsamer. Auch die Toyota-Tochter Lexus ist stark. Die US-Rivalen Cadillac und Lincoln arbeiten gerade an einem Comeback.

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