Audi-Aufsichtsrat
Porsche macht sich bei Audi breit

Großes Stühlerücken im Audi-Aufsichtsrat: Drei unabhängige Kapitalvertreter im Kontrollgremium machen Platz für den VW-Großaktionär Porsche. Damit dehnt Porsche seinen Einfluss auf die Premiummarke des VW-Konzerns weiter aus.

FRANKFURT. So werden der frühere WestLB-Chef Thomas Fischer, Ex-Commerzbank -Vorstand Axel Freiherr von Ruedorffer sowie der Jurist Claus Helbig das Kontrollgremium der VW-Nobeltochter verlassen. Die sechs Vertreter von VW, darunter Konzernchef Martin Winterkorn, werden dagegen zur Wiederwahl vorgeschlagen. Dies geht aus der Einladung zur Hauptversammlung von Audi am 7. Mai hervor.

Die freien Plätze im Kontrollgremium der Ingolstädter VW-Nobeltochter werden - wie vom Handelsblatt bereits vorab berichtet - neben Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und dessen Finanzchef Holger Härter künftig auch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch einnehmen. Porsche, das nach der Mehrheit von VW greift, dehnt damit seinen Einfluss auf die Premiummarke des VW-Konzerns weiter aus.

Porsche hatte Anfang März angekündigt, die Mehrheit an VW zu übernehmen. VW wiederum hält mehr als 99 Prozent der Audi-Aktien. Die geplante Akquisition von Volkswagen durch Porsche schlägt sich damit bereits in der künftigen Verteilung von Macht und Einfluss im VW-Konzern nieder. Denn die Machtverhältnisse unter den Porsche-Eigentümerfamilien Piëch und Porsche sortieren sich im Schatten der Machtübernahme in Wolfsburg neu. Während Ferdinand Piëch aus dem Porsche-Aufsichtsratspräsidium ausscheidet, rückt Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche künftig ebenfalls in den VW-Aufsichtsrat ein. Der Umbau in den Aufsichtsgremien verdeutlicht damit bereits, wie sich das Machtgefüge bei Volkswagen von einem Staatskonzern hin zu einem Familienunternehmen wandelt.

Porsche hatte zuvor bereits seinen Einfluss im Audi-Führungsteam durch die jüngst erfolgte Berufung des bisherigen Porsche-Managers Peter Schwarzenbauer zum 1. April als neuen Audi-Vertriebschef ausgebaut. In Branchenkreisen heißt es, dass noch weitere Wiedeking-Vertraute auf wichtige Positionen im VW-Konzern rücken dürften. Porsche ist mit knapp 31 Prozent größter VW-Aktionäre und hat angekündigt, den Anteil auf über 50 Prozent zu erhöhen.

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