Audi

Autobauer präsentiert Plan für Dieselrückruf

Der Plan für den Rückruf von über 12.000 Diesel-Autos steht. Audi hat dem Kraftfahrtbundesamt einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Absichtlich eine Schummelsoftware eingesetzt haben will der Autobauer nicht.
Update: 16.06.2017 - 14:42 Uhr Kommentieren
Audi ruft in Deutschland über 12.000 Diesel-Modelle zurück. Quelle: dpa
Dieselskandal

Audi ruft in Deutschland über 12.000 Diesel-Modelle zurück.

(Foto: dpa)

IngolstadtDer Autohersteller Audi hat den vom Bund geforderten Vorschlag für den Rückruf von über 12 000 Diesel-Autos mit erhöhten Abgaswerten vorgelegt. „Wir halten alle Vorgaben des Kraftfahrtbundesamtes ein“, sagte ein Sprecher der Ingolstädter VW-Tochter am Freitag. Nun muss das Kraftfahrtbundesamt entscheiden, ob es dem Konzept zustimmt. Der Bund hatte Audi aufgefordert, bis 16. Juni einen Umsetzungsplan für den Rückruf vorzulegen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) machte unterdessen extrem hohe Stickoxid-Messwerte bei einem aktuellen A8-Oberklassediesel publik.

Der Rückruf könnte laut Audi-Sprecher Mitte bis Ende Juli starten, sofern das Kraftfahrtbundesamt zustimmt. „Wir sind in ständigem Dialog“, sagte der Sprecher. Bei den betroffenen Autos hatte Audi erhöhte Werte gesundheitsschädlicher Stickoxide (NOx) gemessen und das Kraftfahrtbundesamt informiert.

Was Audi in Zukunft baut – und was nicht mehr
Virtuelles Cockpit
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Ausgehend von den Audi-Spitzenmodellen TT und Q7, wird die Technik in die ganze Modellpalette eingeführt. Die klassische „Hardware“ in Form von Rundinstrumenten wird durch Bildschirme ersetzt. Entwickelt wurde die Technik von E-Solutions, einem Joint Venture mit Elektrobit außerhalb der bisherigen Konzernstruktur.

Autonomer „Jack“
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„Jack“ ist das Versuchsauto für das autonome Fahren. Der mit Kameras und Sensoren ausgerüstete A7 fuhr im Januar 2015 selbstständig vom Silicon Valley nach Las Vegas. Seit dem vergangenen Frühjahr fährt Audi versuchsweise mit dem Auto auch in Deutschland - dank einer Sondergenehmigung. Audi will federführend für VW das autonome Fahren entwickeln.

Das Elektro-SUV
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Das wuchtige Elektro-SUV Q6-Etron kommt 2018 auf den Markt. Anders als heutige Elektroautos soll es mit einer Batterieladung 500 Kilometer schaffen. Das im Audi-Werk Brüssel gefertigte Elektroauto soll der Auftakt einer ganzen E-Familie werden. Bis 2025 soll ein Viertel aller Audis elektrisch fahren.

Forschen am Neckar
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Bislang hat Audi in seinem Werk Neckarsulm vor allem Verbrennungsmotoren entwickelt. Künftig werden neben klassischen Verbrennungsmotoren auch Brennstoffzellen zur Serienreife gebracht. Die Technik gilt neben Elektrobatterien als wichtigste Zukunftsinnovation. Audi entwickelt die Brennstoffzelle federführend für VW.

Kosten der Karosse
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Die Wertschöpfung im klassischen Autobau gerät immer weiter unter Druck. Das Zusammenstreichen von Motor- und Karosserievarianten soll auch die Kosten in der Produktion senken. Zudem will Audi, wie der gesamte VW-Konzern, die Einkaufspreise bei den Zulieferern in den kommenden Jahren kräftig drücken.

Streichmodell A1 Zweitürer
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Das Einstiegsmodell der Marke Audi ist kein Bestseller. Gerade einmal 32.-479 Exemplare wurden 2015 verkauft. Bei der Neuauflage des A1 im Jahr 2017 wird die Variante wegfallen.

Streichmodell A3 Zweitürer
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Zwei Türen sind der Kundschaft offenbar zu wenig, der viertürige Sportback verkauft sich zehnmal so gut. In der nächsten Modellgeneration wird der Zweitürer wegfallen.

Laut Unternehmen handelte es sich um einen unbeabsichtigten Fehler der Getriebesoftware, Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Audi dagegen eine illegale Abschaltvorrichtung vorgeworfen. Europaweit geht es um 24 000 Wagen, von denen gut die Hälfte in Deutschland zugelassen ist. Ursprünglich war Audi davon ausgegangen, dass gut 14 000 der betroffenen 24 000 Wagen in Deutschland zugelassen seien, mittlerweile steht fest, dass es sich um 12 050 Fahrzeuge handelt. Das Unternehmen steht laut Sprecher auch mit den Zulassungsbehörden der anderen Staaten in Kontakt.

Die Umwelthilfe warf Audi vor, der A8 sei der „schmutzigste Diesel“. Bei einem Diesel-A8 4.2 TDI der Abgasstufe Euro 6 seien bei Straßenfahrten die höchsten Stickoxid-Emissionen aller bisher von der Emissionskontrolle der Umwelthilfe untersuchten Diesel-Pkw gemessen worden - bis zu 1 938 Milligramm pro Kilometer. Grenzwert sind 80 Milligramm. A8 mit Dieselmotor werden von vielen Spitzenpolitikern als Dienstwagen gefahren. „Audi-Chef Stadler liefert das beste Argument dafür, dass es keine Ausnahme von Diesel-Fahrverboten für Autos der aktuellen Abgasstufe Euro 6 geben darf“, kritisierte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Der Unternehmenssprecher sagte dazu, Audi kenne weder den technischen Zustand des vermessenen Fahrzeugs noch die exakten Messbedingungen. Deswegen sei es schwierig, eine Aussage zu den Ergebnissen treffen. Die Emissionen seien von unterschiedlichen Fahrsituationen und Randbedingungen abhängig. „Audi wird weiter uneingeschränkt mit den Behörden kooperieren.“

  • dpa
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