Audi, BMW und Daimler kaufen Nokia Here
Ein bisschen wie Google werden

Wenn Audi, BMW und Daimler gemeinsame Sache machen, dann muss es wichtig sein. Die drei Autobauer kaufen den Kartendienst Here von Nokia. Der richtige Schritt, aber weitere müssen folgen. Eine Analyse.
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MünchenAudi, BMW und Daimler schlagen zu. Für 2,8 Milliarden Euro übernimmt das Trio den Kartenanbieter Nokia Here. In seltener Einigkeit schließen sich die drei deutschen Autohersteller zusammen, um einen gemeinsamen Gegner aus ihrem Geschäft herauszuhalten: Google.

Denn die Amerikaner haben längst erkannt, dass Autos in Zukunft eine zentrale Schnittstelle im Geschäft mit Daten sein werden. Und Daten sind nun einmal das Geschäft von Google.

Die Autohersteller befürchten einen zu großen Einfluss des Internetriesen bei der Vernetzung ihrer Fahrzeuge – und die Deutschen haben nun die Chance, eine eigene Alternative aufzubauen. Die Smartphone-Riesen Google und Apple bieten Plattformen zur besseren Integration der Telefone im Auto an, die das Display der Unterhaltungsanlage weitgehend übernehmen. Teil von Apples Carplay und der Plattform Android Auto für Smartphones mit dem Google-Betriebssystem sind auch die jeweiligen Kartendienste der beiden amerikanischen Schwergewichte.

Der Kauf von Nokia Here ist daher eine Wegmarke für die Autoindustrie. Die Innovationsfelder zwischen IT-Industrie und Autoindustrie gleichen sich an. Autos werden in Zukunft nicht mehr nach Motorleistung bewertet, sondern nach ihrer Fähigkeit, sich sinnvoll mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.

Weniger das Kurvenverhalten auf der Autobahn, sondern die Fähigkeit den nächsten freien Parkplatz zu finden, wird entscheidend. Das gilt insbesondere für die Metropolen Asiens, wo ein Auto meist nur im Schritttempo fährt. Dafür braucht man Daten und das Wissen, wie man diese Daten auswertet. Für viele Autohersteller ist das Neuland.

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Der Dienst muss offen bleiben

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  • Danke für den Artikel.

    Der letzte Absatz war übrigens unterhaltsam, so wahr er auch sein mag.

  • Ich finde das eine super Sache, dass Autos über das Internet gesteuert werden können.
    So können NSA, BND und Verfassungsschutz immer in echtzeit überwachen, dass nichts Böses passiert.
    Da braucht sich dann der Fahrer keine Sorgen mehr zu machen über seine Verantwortung, weil er die dann ja auch nicht mehr tragen muss. Das macht ja dann die Technik?

  • Es fragt sich nur, wer in Zukunft das Auto noch steuert, der Fahrer oder Googel....wie autonom = selbstbestimmt ist der Autofahrer der Zukunft dann noch....wie weit geht der Einfluss von Googel und der NSA noch....It-Systeme sind ja ein recht nettes Spielzeug aber dieses Spielzeug erzieht uns Menschen zu willfähigen und ferngesteuerten Objekten...die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung geht damit immer ein Stück mehr verloren und damit die Freiheit seine Entscheidungen unmanipuliert zu treffen.

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