Industrie
Audi-Chef schließt Entlassungen bei Seat nicht aus

Der im VW-Konzern für die Tochter Seat zuständige Audi-Chef Martin Winterkorn hat schnelle Verbesserungen bei der ertragsschwachen spanischen Marke gefordert.

HB FRANKFURT. „Die Kosten, die Seat verursacht, sind zu hoch“, sagte der Chef der Audi-Markengruppe, zu der auch Seat gehört, der Zeitung „Welt am Sonntag“ laut Vorabmeldung. Der vor wenigen Monaten eingeführte Mittelklassewagen Seat Toledo bleibe hinter den Erwartungen zurück.

„Wir müssen bis Mitte des kommenden Jahres Erfolge sehen“, sagte Winterkorn. „Wenn es nicht gelingt, den Seat-Absatz deutlich zu erhöhen, müssen wir über Konsequenzen nachdenken.“ Vor allem der Vertrieb müsse verbessert werden. „Ich schließe Entlassungen nicht mehr aus“, sagte Winterkorn der Zeitung. Spekulationen, nach denen Seat verkauft oder geschlossen werden könnte, wies Winterkorn zurück: „Das kommt schon deshalb nicht in Frage, weil wir auf ein Volumen von 45.000 Autos nicht verzichten wollen.“Ursprünglich wollte Winterkorn Seat als Einstiegsmarke für Audi positionieren, um Seat-Kunden über kurz oder lang an Audi-Modelle heranzuführen, wie es hieß. „Die Zeit hat noch nicht gereicht, diesen Imagewandel in den Köpfen der Kunden zu verankern.“

Der größte europäische Autobauer Volkswagen hatte am Freitag Meldungen widersprochen, er wolle Seat aufgeben. „Der Verkauf von Seat oder eine Schließung des Werkes in Martorell ist kein Thema“, sagte ein VW-Sprecher am Freitag in Wolfsburg. Der „Spiegel“ hatte berichtet, bis Mitte nächsten Jahres müsse die trotz neuer Modelle verlustträchtige Tochter Absatz und Ertrag deutlich steigern. Ansonsten könne VW die Seat-Fabrik in Martorell in Katalonien für die Fertigung von Modellen anderer Konzernmarken nutzen. Der Markenname „Seat“ könne dann an einen chinesischen Hersteller verkauft werden, der nach Europa dränge.

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