Audi fährt auf Rekordkurs
„Verdrängen, um nicht verdrängt zu werden“

Der Autobauer Audi ist mit Rekordmarken in das neue Jahr gestartet. Und die VW-Tochter will den Erfolg des vergangenen Jahres weiter fortsetzen, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Mittwoch auf der Hauptversammlung der Ingolstädter.

HB INGOLSTADT. Audi bleibt nach einem kräftigen Absatzwachstum zum Start ins neue Jahr in der Spur zum elften Auslieferungsrekord in Folge. 2006 könne die Zahl von 829 109 verkauften Autos im vergangenen Jahr voraussichtlich um sechs Prozent gesteigert werden, sagte Winterkorn auf der Hauptversammlung in Ingolstadt. „Unser langfristiges Ziel heißt, die weltweit erfolgreichste Premiummarke zu werden. Die jüngsten Zahlen sprechen dafür, dass wir diesem Ziel immer näher rücken.“ Allerdings bleibe der Konkurrenzkampf in der Branche hart, und grundlegend bessere Marktbedingungen seien nicht in Sicht. „Es gilt das Prinzip: Verdrängen, um nicht verdrängt zu werden“, sagte Winterkorn. Audi sei gut aufgestellt, betonte der Konzernchef. Die Modellreihen A3, A4, A6 und A8 würden durch neue Modelle ergänzt.

Umsatz und Ertrag will die VW-Tochter in diesem Jahr mindestens stabil halten. 2005 hatte Audi bei einem Absatzwachstum von 6,4 Prozent ein Umsatzplus von 8,5 Prozent auf 26,6 Mrd. Euro eingefahren. Der Vorsteuergewinn legte um 15 Prozent auf gut 1,3 Mrd. Euro zu. „Wir erwarten, dass die wesentlichen finanziellen Erfolgsgrößen inklusive Ergebnis in diesem Jahr mindestens genauso gut ausfallen werden wie im Vorjahr“, sagte Winterkorn.

In den ersten vier Monaten steigerte Audi den Umsatz auch dank des kräftigen Absatzwachstums deutlich um 17,3 Prozent auf 10,05 Mrd. Euro. Die Auslieferungen lagen um 12,1 Prozent über Vorjahresniveau bei 304 414 Autos. Im April hatte sich das Wachstumstempo dabei auch zyklusbedingt verlangsamt. Mit 77 619 Autos wurden 4,5 Prozent mehr Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahresmonat.

Das Ziel, Ende 2008 die Marke von einer Million verkauften Autos zu knacken, bekräftigte Winterkorn. Bis 2015 sollten dann mindestens 1,4 Mill. Autos verkauft werden. Konkurrent BMW hatte am Vortag auf seinem Aktionärstreffen ein neues Absatz-Ziel von 1,6 Mill. Autos für das Geschäftsjahr 2010 ausgegeben. Audi setzt bei seinen Plänen auch auf Wachstumsmärkte wie China. In den USA bestehe ebenfalls noch großes Potenzial, sagte Winterkorn. „Dabei wird der neue Audi Q7 natürlich eine wichtige Rolle spielen, der in diesen Tagen in den US-Markt eingeführt wird.“

Aktionärsvertreter würdigten zwar teils den guten Geschäftsverlauf der VW-Tochter, kritisierten aber den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Mutter VW. Auch Zweifel an der Strategie für die spanische VW-Tochter Seat wurden geäußert. So sprach Jörg Pluta von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz von einem „fast schon sinkenden Schiff“.

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