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06.08.2008 
Auto-Absatz im Juli

Audi holt gegenüber Mercedes auf

Trotz Finanzkrise und hoher Ölpreise haben der Autohersteller Daimler und die VW-Tochter Audi im Juli weltweit mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Die Stuttgarter haben allerdings die Unlust der Käufer zu spüren bekommen, sich große Autos zuzulegen, und kürzen die Autoproduktion in diesem Jahr.

Der Mercedes-Stern hat sich im Juli schlechter verkauft als im Vorjahr. Foto: apLupe

Der Mercedes-Stern hat sich im Juli schlechter verkauft als im Vorjahr. Foto: ap

HB STUTTGART/INGOLSTADT. Weltweit lieferte Mercedes-Benz nur noch 92 700 Pkw aus, rund 1,1 Prozent weniger als im Juli 2007, wie Daimler am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Besonders schwach war die durch hohe Treibstoffkosten und unsichere Konjunkturaussichten gedämpfte Nachfrage in Westeuropa und in Japan. Vor allem in Spanien, Italien und Großbritannien blieben Mercedes-Händler im vergangenen Monat auf Autos sitzen, hatte Vorstandschef Dieter Zetsche bereits Ende Juli gesagt. Während sich die kompakten Modelle der C-Klasse weiterhin gut verkauften, ließen die Autokäufer die Limousinen, Roadster und Geländewagen der Oberklasse-Baureihen links liegen.

Gefragt blieben Mercedes-Benz-Modelle in den beiden größten Absatzmärkten. In Deutschland lieferte Mercedes-Benz im Juli mit 25 100 Personenwagen zwei Prozent mehr aus, in den USA mit 20 700 sogar zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in China lief der Absatz glänzend, 3300 Autos verkaufte Mercedes-Benz im Reich der Mitte nach 2000 im Vorjahr.

In der Käufergunst gestiegen ist der Smart. Im Juli wurden weltweit 12 400 Exemplare des Kleinwagens ausgeliefert, ein Viertel mehr als vor Jahresfrist. Seit Jahresbeginn verkauft Mercedes die Stadtflitzer auch in den Metropolen der USA.

Unter dem Dach der Markengruppe Mercedes-Benz Cars verkaufte Daimler im Juli weltweit 105 100 Fahrzeuge. Das sind 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zur Pkw-Markengruppe gehören neben Mercedes-Benz und Smart noch die Tuning-Tochter AMG und der Luxushersteller Maybach. Daimler will 2008 den Absatzrekord des Jahres 2007 von 1,29 Mill. weltweit überbieten. Von Januar bis Juli wurden mit 773 200 Autos sieben Prozent mehr ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.

Einen Absatzschub verspricht sich der mit dem starken Euro und Rohstoffpreisschüben kämpfende Konzern von seinem neuen kompakten Geländewagen, der in Europa ab Ende Oktober bei den Händlern steht. Mit dem GLK will Mercedes-Benz dem Erzrivalen BMW und dessen geländegängigem Kompaktmodell X3 Paroli bieten.

Audi ist auf der Überholspur. Foto: apLupe

Audi ist auf der Überholspur. Foto: ap

Audi steigert Absatz dank guter Nachfrage in Asien

Die VW-Tochter Audi hat ihren Absatz im Juli hingegen trotz Finanzkrise und hoher Ölpreise leicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Zahl der verkauften Autos weltweit um 2,5 Prozent auf 83 200 Fahrzeuge gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Ingolstadt mit. Dabei wurden Ausfälle auf dem schwächelnden US-Markt durch eine rege Nachfrage in Fernost und Osteuropa kompensiert. In Deutschland und Europa zogen die Verkäufe zumindest leicht an.

In Übersee ging der Absatz um 4,5 Prozent auf 6800 Fahrzeuge zurück. Dafür legte er in der Region Asien und Pazifik um 7,6 Prozent auf 12 037 Autos zu. Der größte Teil davon entfiel auf China, wo mehr als 9400 Neuwagen übergeben wurden. Angesichts der regen Nachfrage in Fernost kündigte Audi an, in Taiwan eine eigene Vertriebsgesellschaft gründen zu wollen. Sie soll im Februar 2009 den Betrieb aufnehmen.

Rund liefen die Geschäfte auch in Russland und Osteuropa. Hier steigerten die Ingolstädter ihren Absatz um mehr als zehn Prozent auf knapp 3500 Fahrzeuge. Auf dem deutschen Markt schaffte die VW-Tochter immerhin einen Zuwachs von 1,9 Prozent auf 23 341 Einheiten. Im übrigen Europa kam das Unternehmen auf ein Plus von 3,3 Prozent und knapp 37 000 verkaufte Autos.

In den ersten sieben Monaten kletterte der Absatz weltweit damit um 1,6 Prozent auf knapp 600 000 Autos. Im Gesamtjahr 2008 will Audi mehr als eine Million Autos verkaufen. Für 2015 ist die Marke von 1,5 Mill. Fahrzeugen angepeilt.

Daimler kürzt Autoproduktion in diesem Jahr

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler hat sich derweil mit seinen deutschen Werken auf die Drosselung von Kapazitäten in den nächsten Monaten geeinigt. Der Ausstoß soll insgesamt um 45 000 Fahrzeuge bis zum Jahresende gesenkt werden, sagte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage in Stuttgart. Um hohe Lagerbestände zu vermeiden, sollen in den Werken bei Bedarf immer wieder Schichten oder einzelne Produktionstage gestrichen werden. Hintergrund für die Maßnahme ist die schleppende Autokonjunktur.

Betroffen sind die großen Werke in Sindelfingen, Untertürkheim und Bremen sowie im US-Werk Tuscaloosa. Auch in den kleineren Standorten in Berlin und Hamburg sollen die Bänder zeitweise stillstehen. Im Werk in Rastatt soll zwar auch weniger gearbeitet, aber keine extra Betriebsvereinbarung über die Produktionsdrosselung abgeschlossen werden.

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