Der anhaltend schwache Dollar zwingt Audi
zu einer Entscheidung über einen Produktionsstandort in den USA. "Bei dem derzeitigen Dollar-Stand könnten wir durch ein eigenes Werk vor Ort stark profitieren", sagte Konzernchef Rupert Stadler auf der Hauptversammlung in Ingolstadt. Dabei kann der Autobauer aber keinen Alleingang machen.
HB INGOLSTADT. Audi
sondiere gemeinsam mit dem Mutterkonzern Volkswagen
Optionen für die Errichtung eines neuen Werkes, sagte Stadler am Mittwoch.
Im größten Automarkt der Welt hinkt Audi
weit hinter dem Münchner Konkurrenten BMW her, der dort im vergangenen Jahr fast 336 000 Autos verkaufte. Der Daimler-Konzern lieferte von der Marke Mercedes 253 400 Fahrzeuge aus. Audi
setzte dagegen nur 93 500 Autos ab, in diesem Jahr soll die 100 000er-Marke übersprungen werden. "Bislang konnten wir unseren weltweiten Wachstumskurs noch nicht in dem von uns gewünschten Maße im US-Markt umsetzen", sagte Stadler. Er betonte aber, Qualität komme vor Quantität. Im hart umkämpften US-Markt sind hohe Rabatte üblich.
Um im Nordamerika-Geschäft schneller voranzukommen, tauschte Audi
im Frühjahr den Vertriebschef aus und holte sich mit Peter Schwarzenbauer einen US-erfahrenen Marketing-Manager. Zudem wurden die Vertriebsgesellschaften Audi
of America und Audi
Canada in den Konzern integriert. Das Händlernetz bauen die Ingolstädter derzeit kräftig aus. "Wichtige Impulse erwarten wir zudem von der Einführung des neuen Audi
A4 im zweiten Halbjahr dieses Jahres", sagte Finanzchef Axel Strotbek.
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In einem US-Werk könnten nach früheren Angaben von Audi
frühestens 2010/2011 Autos hergestellt werden. Der Aufbau eines Standortes lohne sich ab einer Jahresproduktion von 150 000 Fahrzeugen. Zudem müssten möglichst viele Bauteile wie Motoren oder Getriebe aus dem Dollar-Raum kommen.
Die Belastungen durch Währungseffekte, steigende Rohstoff- und Ölpreise sowie die Diskussion über den Klimaschutz sorgten für immer größere Herausforderungen für die Autoindustrie, sagte Stadler weiter. "Eine Entspannung ist nicht in Sicht." Der Audi
-Chef äußerte sich aber erneut zuversichtlich, das Wachstum des Konzerns 2008 fortzusetzen. 2007 verbuchte die VW-Tochter das zwölfte Rekordjahr in Folge.

