Audi mit Rekordzahlen: Die Geldmaschine aus Ingolstadt           

Audi mit Rekordzahlen
Die Geldmaschine aus Ingolstadt           

Audi präsentiert nach dem Rekordabsatz auch einen Rekordgewinn. Die Premiumtochter wird für den VW-Konzern damit immer wichtiger – und Audi-Chef Rupert Stadler empfiehlt sich für höhere Aufgaben.
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IngolstadtWahrscheinlich würden sie in Wolfsburg schon längst ein wenig Krisenstimmung verbreiten, gäbe es Audi nicht. Während die Kernmarke schwächelt, bleibt die Premiumtochter mit den vier Ringen die Gewinnmaschine des Volkswagen-Konzerns. Auch die neusten Zahlen können sich sehen lassen. Mit einem Umsatz von 54 Milliarden Euro ist Audi verantwortlich für rund ein Viertel des Konzernumsatzes, für den operativen Gewinn ist die Premiummarke noch wichtiger. Mit 5,15 Milliarden Euro erwirtschaften die Ingolstädter 40 Prozent des gesamten operativen Gewinns des 12-Marken-Reichs.

Dabei machen die Ingolstädter gemessen am Absatz mit 1,74 Millionen verkauften Fahrzeugen nur etwa 17 Prozent aller verkauften Fahrzeuge aus. „Wir haben mehr geliefert als wir versprochen haben“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler bei der Präsentation des Jahresergebnisses. Nun peile man ein neues Rekordjahr an. Noch vor dem Jahr 2020 soll die Marke von zwei Millionen verkauften Fahrzeugen geknackt werden.

Besonders international ist die Premiummarke so beliebt wie nie. Jeder dritte Audi wird mittlerweile in China verkauft, mit 579.000 verkauften Fahrzeugen wurde dort ein neuer Rekord aufgestellt – im Wachstumsmarkt ist man stärker als die Konkurrenten BMW und Mercedes. Und auch in Nordamerika laufen die Geschäfte rund: Dort wächst Audi deutlich zweistellig, und damit stärker als jeder andere Premium-Autobauer. Insgesamt konnten die Ingolstädter 2014 etwa 10,5 Prozent mehr Autos verkaufen. Besonders die SUV-Modelle, vom Q3 bis zum Q7, und die runderneuerte A3-Modellfamilie haben sich 2014 deutlich besser verkauft.

Der gestiegene Anteil der Kompaktmodelle und die hohen Investitionen in neue Modelle und Fabriken sind die Hauptgründe dafür, dass die Rendite nicht ganz so stark gestiegen ist, wie die Absatzzahlen. Mit 9,6 Prozent ging die Umsatzrendite leicht zurück. Allein dieses Jahr hat Audi 4,5 Milliarden Euro investiert, bis 2019 hat der Konzern 24 Milliarden Euro für die Weiterentwicklung der Modellpalette und den Ausbau der Werke eingeplant. In Mexiko und Brasilien baut Audi derzeit die Kapazitäten aus. Die gestiegene Zahl der Mitarbeiter sorgt allerdings auch dafür, dass die durchschnittliche Erfolgsprämie für die Mitarbeiter trotz des Rekordgewinns um 360 Euro auf 6450 Euro gesunken ist. Für 2015 plant der Autobauer weltweit 6000 Einstellungen, davon 4000 in Deutschland.

Mitarbeiter, die gebraucht werden. „Wir zünden dieses Jahr die nächste Stufe unsere Modelloffensive“, verspricht Stadler. Bis 2020 will Audi seine Modellpalette von aktuell 52 auf 60 Automobile erweitern. Der große SUV Audi Q7, der Sportwagen Audi R8 und die Audi A4‑Familie werden dieses Jahr neu aufgelegt. Das war auch dringend nötig: Noch vor wenigen Monaten schienen die Modelle aus Ingolstadt zu bieder im Vergleich zur Konkurrenz. Bei Facelifts gab es kaum optische Weiterentwicklung und auch zwischen den Modellreihen waren sich die Audis zu ähnlich. So ähnlich, dass man auch in der VW-Zentrale auf Änderungen drängte.

Mitte 2013 zog man nach nur zehn Monaten den damaligen Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer ab, dem aus Konzernkreisen vorgeworfen worden war, die Komplexität der Premiummarke unterschätzt zu haben. Stattdessen wurde ein alter Hase der neue Technikvorstand bei Audi. Einer, dessen Wort im VW-Konzern Gewicht hat und der als enger Vertrauter von Konzernchef Martin Winterkorn gilt: der damalige VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Unter seiner Führung sollten die Ingolstädter die Modellpalette auf den neusten Stand bringen. Neuentwicklungen sollten konzernweit zuerst bei Audi eingesetzt werden, und so das Werbeversprechen „Vorsprung durch Technik“ einhalten.

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