Audi, Opel und Jaguar
Russische Autohändler werden nicht mehr beliefert

Der Rubelverfall frisst die Gewinne der Autobauer in Russland. Audi und Opel haben die Auslieferungen an ihre Händler vorübergehend eingestellt. Der einstige Wachstumsmarkt rutscht immer tiefer in die Krise.
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MoskauDer russische Automarkt muss die nächste Schockwelle verdauen: General Motors, Audi und Jaguar Land Rover stoppten diese Woche vorübergehend die Auslieferung von Neuwagen an ihre Händler. Damit reagierten die Autobauer auf den Einbruch des Rubels.

Ohnehin waren die Umsätze auf dem einstigen Wachstumsmarkt seit Juni um 40 Prozent eingebrochen - die größte Krise seit 1998. Einige Russen investierten ihr Erspartes zwar in teure Autos, um es vor dem Wertverlust zu schützen. Doch der starke Rubelverfall frisst die Verkaufsgewinne der Hersteller wieder auf.

Der US-Autobauer General Motors (GM) hatte seine Händler am Dienstag angewiesen ihre "Geschäftsrisiken in den Griff zu bekommen", wie es in einer E-Mail aus Detroit hieß. Das Unternehmen hatte zudem die Auslieferung neuer Fahrzeuge ausgesetzt. Die Kunden bekommen nur noch, was vorher bestellt wurde - natürlich zum Preis zum Bestellzeitpunkt. Betroffen sind Fahrzeuge der Marken Opel, Chevrolet und Cadillac.

Und auch bei der VW-Premiumtochter Audi werden die Händler vorerst nicht mehr mit neuen Autos beliefert. Verkauft wird nur noch, was im Bestand ist. Man wolle die Lieferungen wieder aufnehmen, wenn man die Preisliste überarbeitet habe, so ein Sprecher von Audi gegenüber Handelsblatt Online. Darum habe man die Lieferungen um eine Woche verschoben. Auf dem russischen Markt ist Audi der zweitgrößte Premiumhersteller. Der sinkende Absatz wirkt sich auch auf die Produktion aus: Im russischen Werk Kaluga sollen die Bänder vom 22. Dezember 2014 bis zum 12. Januar 2015 stillstehen.

Der Rubel steht unter anderem wegen des fallenden Ölpreises seit Monaten unter Druck. Zwischenzeitlich verlor die Währung im Vergleich zum Dollar seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent - entsprechend brachen die Preise bei der Umrechnung in Dollar oder Euro ein.

In der Autoindustrie sorgt der Rubelverfall für "ziemliche Schmerzen", wie Analyst Arndt Ellinghorst von Evernote ISI die Lage kommentiert. Neben GM und Audi haben auch kleinere Marken wie Land Rover Jaguar ihre Verkäufe vorübergehend eingestellt. Erst ab dem 19. Dezember wollen die Briten wieder in Russland verkaufen.

In erster Linie vermeiden die Autobauer damit unnötige Verluste. Allein BMW dürfte der Rubeleinbruch auf die Hälfte100 bis 150 Millionen Euro kosten, schreibt Ellinghorst. Für Daimler, Volkswagen, Renault und Hyundai dürften die Effekten noch heftiger sein, so der Analyst weiter.

Bei VW will man die Verkäufe trotzdem fortsetzen. Den Markt würde man aber sehr genau im Blick behalten, hieß es aus dem Unternehmen. Ganz einstellen will BMW die Verkäufe trotzdem nicht. Bereits im Frühsommer habe man aber Autos in "attraktivere Märkte" verlegt, so BMW-Sprecher Nikolai Glie. Im November haben die Münchener in Russland rund 33.500 Fahrzeuge verkauft - satte 17 Prozent weniger als im Vorjahr.

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Kommentare zu " Audi, Opel und Jaguar: Russische Autohändler werden nicht mehr beliefert"

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  • was soll das geschrei?

    jede sanktion biete auch CHANCEN!

    wozu sind zäune da?
    damit man zum ÄPPELklaun drüber steigt !


    und die süssesten früchte fressen eh die grossen tiere

    Kriesengewinnler wird es auch geben, also -was soll es dieses geschrei

  • Und wie will man das Auto anmelden? Ist nicht billig, wenn man erwischt wird.

  • VW Aktie steigt heute um 3,3%

    Realität und Illusion vermischen sich hier sehr stark.

    Da kann man sagen Merkel steuert auch ohne 10Cent
    auf Spritkosten reichlich in die Autoindustrie an Euros.

    Die Quands haben vorgesorgt: 1Mio für die Kanzlerin 2014

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