Der Streit zwischen den Schwesterunternehmen Porsche
und Audi
wegen einer Modellbezeichnung ist beigelegt.
HB STUTTGART. Juristen beider Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, dass Audi
die Bezeichnung seines Modells RS sechs unverändert weiterführen darf, sagte ein Porsche
-Sprecher am Mittwoch in Stuttgart. Ein Audi
-Sprecher betonte, die Einigung beziehe sich auf alle Modelle mit der Bezeichnung RS. "Das gilt auch für zukünftig geplante Modelle."
Porsche
hatte sich daran gestoßen, dass die Leerstelle, die Audi
zwischen RS und der Zahl sechs lasse, zu groß sei. Damit werde die Bezeichnung RS als eigener Bestandteil wahrgenommen. "Und die Marken RS und RSR gehören Porsche", sagte der Sprecher. Die Stuttgarter hatten deshalb Audi
in einem Schreiben aufgefordert, die Bezeichnung zu ändern.
Bereits Ende der 90er Jahre habe es wegen der Markenbezeichnung Diskussionen zwischen den beiden Autobauern gegeben, sagte der Porsche
-Sprecher. Damals sei vereinbart worden, dass Audi
die Bezeichnung RS in Kombination mit einer Zahl verwenden dürfe.
Das Verhältnis zwischen der VW
-Tochter Audi
und Porsche
spielt auch im Kampf um die Macht bei Volkswagen
eine wichtige Rolle. Mitte September hatte Porsche
seinen Anteil an der Audi
-Mutter auf mehr als 35 Prozent erhöht und damit Europas größten Autobauer zu seinem Tochterunternehmen gemacht.
Wenige Tage zuvor war VW
-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch den Porsche
-Vertretern im Aufsichtsrat in den Rücken gefallen, indem er mit seiner Stimmenthaltung dafür sorgte, dass ein Antrag der Arbeitnehmerbank durchkam. Danach muss der VW
-Aufsichtsrat künftig alle Kooperationen zwischen Audi
und Porsche
billigen. Porsche
erhofft sich nach der Übernahme von VW
in diesem Bereich große Synergieeffekte. In Audi
-Kreisen hieß es, Piëch habe mit seiner umstrittenen Stimmenthaltung vor allem die Marke Audi
schützen und verhindern wollen, dass sie zum Spielball werde.

