Audi und Dieselgate
Ab Minute 22 wird es schmutzig

Audi im Abgasskandal unter Druck: Die Verhandlungen in den USA um Entschädigungen bei Drei-Liter-Dieseln stocken. Am Mittwoch müssen Manager offenbar erneut zum Rapport bei den US-Umweltbehörden antreten.

BerlinIn der Abgas-Affäre gerät einem Zeitungsbericht zufolge auch die Volkswagen-Tochter Audi immer stärker unter Druck. Die US-Behörden hätten beim 3,0-Liter-Diesel von Audi drei nicht genehmigte Software-Programme entdeckt, berichtet die „Bild am Sonntag“.

Demnach schaltet sich die Abgasreinigung bei Fahrzeugen mit dem großen TDI-Motor nach rund 22 Minuten einfach ab. Messverfahren zur Ermittlung der Abgaswerte dauern in der Regel knapp 20 Minuten. Auf Anfrage der Zeitung sagte ein Audi-Sprecher, dass technische Details aufgrund des laufenden Verfahrens in Amerika nicht kommentiert würden. Audi ist der Entwickler des Motors, der auch in Modellen der Marken VW (Touareg) und Porsche (Cayenne) des Volkwagen-Konzerns verbaut ist.

Am Mittwoch müssen die Audi-Manager erneut bei einer Anhörung der US-Umweltbehörden antreten, hieß es in dem Bericht der „Bild am Sonntag“. Intern wird laut „BamS“ mit einer erheblichen Strafzahlung gerechnet. Eine Rücknahme der betroffenen Autos mit Drei-Liter-Motor in den USA könnte die Bilanz mit weiteren zwei bis drei Milliarden Euro belasten, hatten Analysten Mitte Juli geschätzt.

Eine ähnliche zeitliche Abschaltung hatte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vor wenigen Monaten auch bei dem Autohersteller Fiat entdeckt und leitete danach ein Prüfverfahren bei der EU-Kommission ein. „Dieses unkooperative Verhalten von Fiat ist völlig unverständlich. Hier stehen konkrete Vorwürfe im Raum“, hatte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Mai geschimpft. Besonders in Verdacht war das Modell Fiat 500X geraten. Ausgangspunkt waren Tests der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Im Abgasskandal um Volkswagen hatte ein US-Richter Ende Juli vorläufig einen Milliardenvergleich mit den US-Behörden gebilligt, der sich auf rund 480.000 Wagen mit Zwei-Liter-Motoren bezieht. Dabei hatte sich Volkswagen zur Zahlung von insgesamt 14,7 Milliarden Dollar (rund 13,3 Milliarden Euro) bereit erklärt – das meiste Geld ist für die Entschädigung betroffener Kunden vorgesehen. Die Einigung sieht vor, dass VW die betroffenen Diesel mit Zwei-Liter-Motoren entweder zurückkauft oder repariert, falls die US-Umweltbehörden den Reparaturen zustimmen.

In beiden Fällen steht den Autofahrern eine Entschädigung von 5000 bis 10.000 Dollar zu. Sollte VW alle Fahrzeuge zurückkaufen müssen, würde das den Konzern rund zehn Milliarden Dollar kosten. Die Autos werden Härtetests unterzogen, um sicherzugehen, dass die vorgeschlagenen Reparaturen auch lange genug halten. VW hatte sich zudem verpflichtet, knapp fünf Milliarden Dollar in zwei verschiedene Umweltfonds zu zahlen.

Was die Audi-Motoren angeht, stocken die Verhandlungen.

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Milliardenzahlung für Audi nicht ausgeschlossen

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