Audi und Mercedes abgehängt BMW fährt allen davon

Der bayerische Autohersteller BMW verkaufte im Jahr 2015 erneut mehr Autos als seine Rivalen Audi und Mercedes. Doch die Zahlen haben Schönheitsfehler. Und das neue Jahr wird schwierig.
Der Münchener Hersteller bietet mit der X-Reihe eine ganze Palette an SUV-Fahrzeugen an und hat damit den Zeitgeist auf seiner Seite. Quelle: obs
BMW X4

Der Münchener Hersteller bietet mit der X-Reihe eine ganze Palette an SUV-Fahrzeugen an und hat damit den Zeitgeist auf seiner Seite.

(Foto: obs)

MünchenEs ist Showtime in Detroit und die neue E-Klasse von Daimler ist am Montag zweifellos ein Star der großen Automesse, die traditionell das Autojahr einläutet. Beim Rivalen BMW haben sie dieses Jahr nicht so einen Hingucker wie die neue High-Tech-Sänfte mit dem Stern. Dafür aber eine Botschaft an den Konkurrenten aus Stuttgart: Die Nummer Eins im Geschäft mit Premiumautos heißt immer noch BMW.

2,25 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce haben die Münchener im vergangenen Jahr verkauft. Mercedes kam mit Smart auf 1,99 Millionen, Audi auf 1,8 Millionen. Damit bleibt BMW der weltgrößte Anbieter von Premiumautos, also solchen Gefährten, die besonders teuer und profitabel verkauft werden.

SUV mit Betonung auf Sport
Warum eigentlich?
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Warum bockt man ein Auto hoch, damit es wie ein Geländewagen wirkt, und trimmt es dann mit Breitreifen und Coupédach wieder auf sportlich? Die Antwort ist einfach: Weil es auf der Straße souverän aussieht, und sich gut verkauft. Vor allem auf so wichtigen Märkten wie USA und China.

Wenn Stil wichtiger ist als Nutzwert
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Der X4 ist ein Crossover. Als Mischung aus bulligem SUV und elegantem Coupé ist er „der kleine Bruder“ des X6, dessen Verkaufserfolg selbst seine Macher überraschte. Im Gelände wird man ihn trotz Allradantrieb wohl nie sehen. Auf Einkaufs-Boulevards und Überholspuren schon eher.

Man steigt ein, und riecht Leder.
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BMW hat ihn schön ordentlich aufgeräumt, den X4. Viel Leder und Metall im Innenraum umrahmen Bedienelemente, die meist intuitiv bedienbar sind. Gut gefallen haben uns der extrem weite Verstellbereich des Lenkrads und die ausgezeichneten Sitze.

Wie sich die Zeiten und die Wahrnehmung ändern
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Wer früher den Anspruch hatte ein sportliches Auto zu fahren, der bekam meist nur knapp die Hand zwischen Reifen und Kotflügel. Dank allgegenwärtiger Crossover und SUV wird das inzwischen großzügiger gesehen.

Volle Hütte, die Erste
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Natürlich hat man Platz in diesem BMW. Aber die breite Mittelkonsole und das große Ledergestühl hinterlassen schon den Eindruck einer wuchtigen Möblierung. Man hat eher einen festen Rahmen als das Gefühl von Freiheit und Abenteuer.

Volle Hütte, die zweite
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Nimmt man auf der Rückbank Platz, so sind die Knie auf die Gnade der Vorderleute angewiesen. Die Kopffreiheit geht in Ordnung bis 1,85 m Körpergröße. Wegen der coupéartig nach unten abfallenden Dachlinie aber nur gerade so. Und drei Erwachsene hinten wäre definitiv einer zu viel.

Aus Freude am Prestige
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Die Zutaten für das Rezept X4 sind bekannt. Sie stammen vom X3 und vom X6. Das Fahrwerk zeigt sich auf allen Belägen vom Feinsten: hier wird nicht gerumpelt. Und die serienmäßige Automatik schaltet schneller, sparsamer und sportlicher, als wir es von Hand könnten. Das hat seinen Preis: 56.000 Euro ruft BMW mindestens auf. Schnell können daraus über 70.000 werden.

Doch die nun schon über ein Jahrzehnt dauernde Marktführerschaft von BMW hat auf den zweiten Blick Schönheitsfehler. Denn das Wachstum von BMW war mit 6,1 Prozent das niedrigste der vergangenen fünf Jahre. Konkurrent Daimler wuchs dank neuer Modelle im vergangenen Jahr mit mehr als 13 Prozent doppelt so schnell. Nur Audi , auch gebremst durch das Diesel-Debakel, blieb mit rund drei Prozent Wachstum zurück.

Noch unschöner für BMW ist die Dynamik der vergangenen Wochen. Im Dezember lagen alle drei Konzernmarken unter Vorjahr. Auf den wichtigsten Auslandsmärkten USA und China konnte BMW im vergangenen Jahr praktisch nicht mehr wachsen. Insbesondere in China erlebte BMW im Zuge der Börsenkrise und der Konjunkturschwäche im vergangenen Jahr viel Gegenwind. Die Zuwächse gehen 2015 fast ausschließlich auf die Region Europa. „Wir erwarten, dass viele dieser Herausforderungen auch 2016 bestehen bleiben“, sagte Vertriebschef Ian Robertson. „Deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin flexibel auf aktuelle Marktbedingungen reagieren, um in der Erfolgsspur zu bleiben“. Ein Absatzziel für 2016 nannte er nicht.

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