Hauptkonkurrenten wie BMW
und Mercedes blasen in China allerdings zum Angriff, vor allem im Flottengeschäft. Das China-Joint-Venture von BMW
kündigte gestern an, seine Kapazität bis 2012 zu verdreifachen. Die jährliche Produktion soll auf 100 000 Autos von derzeit 35 000 gesteigert werden, teilte der BMW
-Partners Brilliance auf der Pekinger Automesse mit. 2007 legte der BMW
-Absatz in China um 37 Prozent auf rund 61 000 Fahrzeuge zu.
Konkurrent Mercedes überlegt, seine in Peking produzierte E-Klasse auch als Langversion in China auf den Markt zu bringen. Mit seinen zehn Zentimeter verlängerten Modellen war Audi
schon sehr früh auf dem chinesischen Markt erfolgreich, da wohlhabende Chinesen meist mit Fahrer unterwegs sind. Daimler-Chef Dieter Zetsche erklärte in Peking, der Konzern wolle sein Händlernetz in China zudem deutlich ausbauen. Daimler möchte seinen Konkurrenten BMW
auf dem chinesischen Markt übertreffen. Konzernchef Dieter Zetsche sagte, er sei von dem Erfolg dieses Vorhabens überzeugt.
Für Audi
sei China "nach Deutschland der zweite Heimatmarkt", betonte Audi
-Chef Stadler. Dass das Reich der Mitte eines Tages den deutschen Absatz überholen werde, sei zwar nicht auszuschließen, "aber bis dahin ist es noch ein sehr langer Weg." In China werde der Pkw-Markt vor allem im Bereich der Massenmodelle wachsen. In Deutschland verkaufte die Marke aus Ingolstadt zuletzt rund 250 000 Fahrzeuge im Jahr.
Audi
plane allerdings in Zukunft keine Exporte aus chinesischen Fabriken in andere Märkte. Stadler: "Wir produzieren in China für China, das bleibt auch so." Die VW-Tochter stellt als Mitsponsor der Sommerspiele auch einen großen Teil der Olympia-Flotte sowie der Fahrzeugkonvois für den Fackellauf. Kritik an der Großveranstaltung in Peking wies Stadler zurück: "Sport bringt Menschen zueinander und das unterstützen wir." Kritik am China-Engagement sei da völlig fehl am Platz: "Wir müssen uns nicht entschuldigen, dass wir in China Autos verkaufen."
Umwelttechnologien wie moderne Dieselmodelle werden seiner Ansicht nach eine immer wichtigere Rolle bei den Kunden spielen. Neue Konkurrenz aus China sieht der Audi
-Chef allerdings noch "nicht heute und nicht morgen". Chinas Limousinenmarkt werde auch in Zukunft in der Hand der deutschen Marken bleiben.

