Audiotechnikhersteller
Sennheiser legt die Ohren an

Sennheiser zieht heute Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr und das macht diesmal nicht besonders viel Spaß: Der Audiotechnikhersteller hat im vergangenen Jahr vor allem in Amerika und Großbritannien wegen der Wirtschaftskrise heftige Einbußen hinnehmen müssen.

HB WEDEMARK. Sennheisers Umsatz ging um 2,4 Prozent auf 385,8 Mio. Euro zurück, der Ertrag sank um 26,7 Prozent auf 14,8 Mio. Euro. In Europa, dem Nahen Osten und Afrika blieben die Geschäfte stabil, in Asien und Australien konnte Sennheiser deutlich zulegen.

Der Ertragsrückgang sei vor allem in Ausgaben für neue Produkte begründet, berichtet der Sprecher der Unternehmensleitung Volker Bartels. Größter Produktbereich bei Sennheiser sind Kopfhörer mit einem Umsatzanteil von 28,7 Prozent, gefolgt von drahtlosen Mikrofonen mit 26,2 Prozent. Aber auch gestiegene Personalausgaben und Anlaufverluste für neue Töchter in Japan, China und Indien hätten das Ergebnis beeinflusst.

Für Forschung und Entwicklung gab Sennheiser 28,7 Mio. Euro aus, die Investitionen 2008 betrugen 20,9 Mio. Euro. „Bei strategischen Fragen darf man sich nicht von einem durchziehenden Gewitter aufhalten lassen“, sagte Aufsichtsratschef Jörg Sennheiser.

Weltweit arbeiteten 2008 im Jahresdurchschnitt über 2100 Menschen für Sennheiser - ein Plus von 7,1 Prozent. Davon hatten 55 Prozent ihren Arbeitsplatz in Deutschland. Und versierte Fachleute würden auch weiterhin eingestellt.

Um in der Wirtschaftskrise die Kosten zu senken, hatte Sennheiser erstmals in der Firmengeschichte kürzlich Kurzarbeit für rund 430 Beschäftigte angemeldet. In der Praxis schwanke die Zahl aber von Monat zu Monat, derzeit seien etwa 150 Mitarbeiter betroffen, hieß es. In manchen Bereichen, wie bei drahtlosen Mikrofonen, würden dagegen sogar Überstunden notwendig.

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