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01.07.2008 

Zwar sind die Bildschirme meist noch so klein, dass sie nicht fürs Auto taugen. „Anbietern wie Tomtom werden die Handy-Hersteller aber einen Teil des Potentials wegnehmen, das der wachsende Markt noch bietet,“ warnt Diethard Bühler vom Beratungsunternehmen Arthur D. Little. Um der Bedrohung zu begegnen, hat der weltgrößte Navi-Hersteller Garmin inzwischen den Spieß umgedreht und selbst ein Gerät auf den Markt gebracht, mit dem sich auch telefonieren lässt.

Tomtom geht einen anderen Weg. Die Holländer wollen ihr Geld künftig nicht mehr nur mit den Geräten verdienen, sondern auch mit Abonnements für Verkehrsinformationen. „Alles dreht sich um die Inhalte“, sagt Tomtom-Vorstand de Taeye. Die Autofahrer sollen stets die beste Route angezeigt bekommen, mit hoch aktuellen Details, von Staus über Baustellen bis zu den Wetterverhältnissen.

An potenziellen Abonnenten würde es nicht mangeln, ist de Taeye überzeugt: „80 Prozent der Autos in Europa fahren noch ohne Navigationssystem. Selbst Pessimisten sind aber überzeugt, dass eines Tages mindestens 60 Prozent diese Angebote nutzen werden.“

Um die Inhalte möglichst gut in die eigenen Geräte integrieren zu können, hat Tomtom in diesem Frühjahr für knapp drei Mrd. Euro den Kartenanbieter Tele Atlas gekauft. Im Gegenzug ist der Handyproduzent Nokia dabei, den Tele-Atlas-Konkurrenten Navteq zu übernehmen. Die beiden Unternehmen beherrschen den Markt mit den elektronischen Karten. Die Daten sind begehrt: Gestern wurde bekannt, dass die Internet-Suchmaschine Google die nächsten fünf Jahre die Karten von Tele Atlas einsetzt.

Die vergangenen Jahre waren für die Hersteller von tragbaren Navigationsgeräten eine Phase fast ungebremsten Erfolgs. Noch 2001 stellten 20 Menschen für eine kleine, unbekannte Firma in Holland Navigationssoftware her. Die Stimmung war nach dem Platzen der Dotcom-Blase bescheiden. Doch das änderte sich, als Tomtom das knubbelige Navigationsgerät für die Windschutzscheibe entwickelte. Im vergangenen Jahr erzielte Tomtom einen Umsatz von 1,7 Mrd. Euro und beschäftigte 1 600 Mitarbeiter. Jetzt, da das rasante Wachstum zumindest vom Umsatz her abflacht, beginnt eine neue Phase für Tomtom und seine Konkurrenten.

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