Auf der Suche nach Partnern
Bombardier will größere Jets bauen

Der kanadische Luftfahrt- und Bahntechnikkonzern Bombardier erwartet in den kommenden Jahren eine deutlich stärkere Nachfrage nach größeren Regionalflugzeugen für bis zu 150 Passagiere und will deshalb mittelfristig in dieses Segment einsteigen – obwohl das Unternehmen erst im vergangenen Januar ein entsprechendes Projekt deutlich zusammengestrichen hat.

LONDON. Anfang dieses Jahres gab Bombardier bekannt, dass es die Pläne für den Bau seines bisher größten Flugzeugs auf Eis legen werde, weil sich nicht genug Kunden für die Maschinen gefunden hätten. Bombardier ist im Flugzeugbau bislang auf kleinere Regionalflugzeuge sowie Privatjets für Unternehmen spezialisiert. Die geplante C-Serie sollte das erste Bombardier-Flugzeug mit mehr als 100 Sitzen werden. Damit wäre das Unternehmen auch zum ersten Mal in direkte Konkurrenz mit Boeing und Airbus getreten.

Bombardier hatte bereits zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet und insgesamt 100 Mill. Dollar investiert. Die Gesamtkosten wurden auf über zwei Mrd. Dollar geschätzt. 2006 strich das Management das Budget dann auf 20 Mill. Dollar zusammen. Bis Jahresende wollte Bombardier entscheiden, ob das Projekt endgültig eingestellt wird. Diese Option scheint allerdings vom Tisch zu sein.

„Wir sind derzeit auf der Suche nach industriellen Partnern, um die C-Serie möglichst zügig weiter zu entwickeln“, betonte Michael McAdoo, verantwortlicher Vizepräsident für Marketing und Entwicklung im Regionalflugzeugbau von Bombardier. Gespräche mit potenziellen Verbündeten würden bereits laufen, das Unternehmen wolle sich aber nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Als Geldgeber kommen nach Informationen aus Branchenpreisen vor allem Partner aus den boomenden Luftfahrtmärkten Indien, Osteuropa und China in Frage.

Ein Grund für das neu erwachte Interesse ist ein von Bombardier selbst in Auftrag gegebener Marktausblick auf die kommenden 20 Jahre. Die Studie geht davon aus, dass die Airlines in diesem Zeitraum bis zu 5 800 Jets mit einer Kapazität von 100 bis 150 Passagieren ordern könnten. Insgesamt rechnet Bombardier in dem für das Unternehmen relevanten Markt für Regionaljets mit 20 bis 150 Sitzen mit einer Nachfrage von bis zu 11 000 Flugzeugen. Das würde einem Marktwert von rund 370 Mrd. Dollar entsprechen. Bei den Privatjets für Unternehmen erwartet der Konzern jährliche Orders von 600 bis 700 Maschinen, deutlich mehr als die 540 Bestellungen im Schnitt der Jahre 2001 bis 2005.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2005/2006, das zum 31. Januar endete, erzielte Bombardier im Flugzeugbau einen fast unveränderten Umsatz von 8,1 Mrd. Dollar. Vor allem wegen der Krise in der US-Luftfahrt brach der Absatz von Regionalmaschinen von 200 auf 149 ein. Gleichzeitig stieg die Auslieferung von Geschäftsflugzeugen von 128 auf 186 Stück.

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