Auf Mittwoch vertagt
Mühsame Verhandlungen über Daimler-Sparprogramm

Beim Suttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler kommen die Verhandlungen über massive Kosteneinsparungen in der wohl entscheidenden Runde nur mühsam voran. Nur wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts machten die Arbeitnehmervertreter.

HB STUTTGART. Nach mehr als neun Stunden wurden die Verhandlungen zwischen Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm, Daimler-Chrysler-Personalchef Günter Fleig und IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann nach Angaben der Gewerkschaft auf Mittwochmittag vertagt. Zuletzt versuchten die Konfliktparteien in den von vornherein auf zwei Tage angesetzten Gesprächen, in mehreren Arbeitsgruppen einzelne Streitfragen zu lösen. „Es ist sehr schwierig. Es hakt noch an ein paar kritischen Punkten“, hieß es in der IG Metall. „Der Vorstand muss von seinen Forderungen Abstand nehmen“, verlangte der stellvertretende Gewerkschaftschef Berthold Huber. Eine Konzernsprecherin sprach am Dienstagabend von verschiedenen Lösungsansätzen. „Wir loten alle Möglichkeiten aus. Aber es sind noch grundsätzliche Fragen zu lösen.“

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, der zeitweise mit am Verhandlungstisch saß, verlangt Personalkostensenkungen um 500 Millionen Euro jährlich und hat daran die Entscheidung geknüpft, ob die Fertigung der C-Klasse über das Jahr 2007 hinaus in Sindelfingen bleibt oder nach Bremen und Südafrika verlegt wird.

Der Betriebsrat hatte Zugeständnisse im geforderten Umfang ausgeschlossen. Klemm bot allerdings an, auf die Auszahlung von Lohnerhöhungen zu verzichten, die in einem Fonds zur Angleichung der Entgelte von Arbeitern und Angestellten liegen. Damit können nach Angaben des Betriebsrats 200 Millionen Euro gespart werden. Unklar ist der Einspareffekt durch einen Ergänzungstarifvertrag für die Beschäftigten in Dienstleistungsbereichen wie Kantine oder Werkschutz und ähnlichen Bereichen und durch die Einführung einer 40-Stunden-Woche mit Lohnausgleich in der Entwicklung und Produktionsplanung in Sindelfingen. Dazu hatte der Betriebsrat Einigungsbereitschaft signalisiert.

IG-Metall-Vize Huber pochte auf eine lange Laufzeit für die Beschäftigungsgarantie, die der Vorstand als Gegenleistung für die Zugeständnisse in Aussicht gestellt hat. „Wir wollen eine Verabredung, die nicht nur zwei Jahre hält. (...) Eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren ist denkbar“, zitierte ihn die „Berliner Zeitung“. Die Beschäftigungsgarantie müsse alle Standorte in Deutschland abdecken. Auch Hubbert sieht eine Lösung über das Jahr 2010 hinaus reichen.

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