Auf Rekordkurs dank Stahlboom
Salzgitter erfreut Anleger

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter ist nach einer starken Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten weiter auf Rekordkurs. Der Markt lobte die Zahlen – und die Anleger bescherten am Aktienkurs einen deutlichen Anstieg.

dpa-afx SALZGITTER. Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter ist nach einer starken Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten weiter auf Rekordkurs. Für das Gesamtjahr präzisierte der zweitgrößte deutsche Stahlkocher seine Ziele und peilt nun einen Vorsteuergewinn von 1,2 Mrd. Euro an. "Die derzeitigen Rahmenbedingungen für den Salzgitter-Konzern sind als insgesamt sehr zufriedenstellend zu charakterisieren", hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch. Für das künftige Wachstum würden auch weitere Zukäufe geprüft. Bis Ende September bescherte die anhaltend hohe Nachfrage nach Stahl und Röhren dem Konzern Bestmarken bei Umsatz und operativem Gewinn.

Die Salzgitter-Aktie setzte sich im frühen Handel mit einem Plus von 4,25 Prozent auf 123,01 Euro an den zweiten Platz im MDax . Der Markt lobte die Zahlen - sie sollten "gut genug sein, um das zuletzt unter Druck stehende Papier zu stabilisieren", hieß es von einem Börsianer. Das Gewinnziel für das Gesamtjahr bezeichnete Analyst Ingo-Martin Schachtel von der Commerzbank als zu konservativ - er selbst hält einen Vorsteuergewinn von 1,3 Mrd. Euro für möglich.

Zwischen Januar und September erreichte Salzgitter beim Vorsteuerergebnis einen Wert von 980,4 Mill. Euro. Im Vorjahr hatte der Verkauf der Vallourec-Beteiligung den Wert auf 1,568 Mrd. Euro getrieben. Ohne Berücksichtigung dieses Sondereffekts lag der Konzern aber nun um 48 Prozent über dem Vorjahreswert. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 977 Mill. Euro gerechnet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 594,9 Mill. Euro nach den vom Sondereffekt verzerrten 1,348 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz kletterte in den ersten neun Monaten auf 7,501 (VJ: 6,207) Mrd. Euro und übertraf damit die Markt-Schätzungen.

Sämtliche Unternehmensbereiche hätten zu dem Wachstum im ersten Dreivierteljahr beigetragen, hieß es. Vor allem die Kernbereiche Stahl und Röhren konnten ihre Ergebnisse zum Teil auf Rekordwerte verbessern - auch der Stahlhandel präsentierte sich mit besseren Zahlen. Mit 5,459 Mill. Tonnen produzierte Salzgitter im Berichtszeitraum etwa so viel Rohstahl wie im Vorjahr. Erstmals flossen auch die Ergebnisse der Klöckner-Werke und von Vallourec Précision Etirage (VPE) in die Bilanz ein. Die bislang maßgeblich aus den Klöckner-Werken bestehende neue Technologie-Sparte etwa steuerte dabei 246 Mill. Euro zum Konzern-Umsatz bei. Beim Vorsteuergewinn stand wegen des Erstkonsolidierungseffektes aber ein einstelliges Minus.

In den Kernsparten erwartet Salzgitter auch weiterhin eine hohe Nachfrage. Im Stahlbereich dürfte die Produktionszurückhaltung der europäischen Hersteller in den nächsten Monaten zu einer Normalisierung der überhöhten Flachstahl-Lagerbestände führen. "Notwendige Voraussetzung hierfür ist allerdings auch die Entspannung der Importsituation", hieß es. Die europäischen Stahlkocher sehen sich von Billig-Einfuhren unter anderem aus China bedroht und haben bereits bei der EU eine Anti-Dumping-Klage eingereicht. Der Auftragseingang bei Stahl lag in den ersten neun Monaten bei 4,063 (VJ: 4,400) Mill. Tonnen.

Für den Unternehmensbereich Röhren werde sich die günstige Geschäftslage fortsetzen, hieß es. Insgesamt gingen in diesem Bereich in den ersten neuen Monaten Aufträge im Volumen von 1,798 (1,659) Mrd. Euro ein. Vor allem dank des zuletzt gewonnenen Auftrages für den Bau der Ostsee-Pipeline sei eine gute Auslastung der Werke "bis weit in 2008 hinein" und sogar darüber hinaus gesichert. Salzgitter hatte mit dem Gemeinschaftsunternehmen Europipe, das zur Hälfte der Dillinger Hütte gehört, den Großauftrag für drei Viertel der benötigten Großrohre für die geplante Gaspipeline von Russland nach Deutschland gewonnen. Bis Anfang 2010 soll Europipe 860 000 Tonnen Rohre liefern, das Umsatzvolumen liegt bei mehr als einer Milliarde Euro.

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