Auf Shoppingtour
3M investiert in Solarbranche

3M begibt sich auf Einkaufstour: Der US-Mischkonzern will durch Zukäufe sein Geschäft mit erneuerbaren Energien kräftig ausbauen und sucht auch in Deutschland nach geeigneten Wind- und Solarenergiefirmen. Aber auch andere Schwergewichte wie Bosch oder Siemens wollen von der Branche pofitieren.
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DÜSSELDORF. "Wir sehen in diesem Markt großes Zukunftspotenzial", sagte Inge Thulin dem Handelsblatt. Der Auslandschef von 3M kündigte an, dass der Konzern in Düsseldorf sein europäisches Forschungszentrum für Wind- und Sonnenenergie aufbaut. Der Konzern habe sich für den Standort entschieden, weil Deutschland führend bei den erneuerbaren Energien sei.

Thulin will künftig im schnell wachsenden Markt für Wind- und Solarenergie nicht nur mit selbst entwickelten Technologien punkten. "Wir wollen Unternehmen aus der Solar- und Windenergiebranche kaufen, die technologisch zu uns passen", kündigte Thulin an, der als Auslandschef die Nummer zwei bei 3M hinter Chief Executive Officer George Buckley ist. Noch ist der Umsatz des US-Mischkonzerns in der Sparte erneuerbare Energien vergleichsweise gering. Das Geschäft trägt erst gut 200 Mio. Dollar zum Konzernumsatz von zuletzt 25,3 Mrd. Dollar bei. Aber 3M plant für die nächsten Jahre eine "deutliche Vervielfachung" dieses Geschäfts.

Die üppige Produktpalette wird durch erneuerbare Energien noch erweitert

3M erweitert mit den Investitionen in erneuerbare Energien seine ohnehin üppige Produktpalette. Der Konzern aus St.Paul im US-Bundesstaat Minnesota gehört zu den am breitesten diversifizierten Konzernen weltweit. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für die Erfindung der Post-it-Haftetiketten. Es stellt aber auch Scotch-Klebeband, Haushaltsprodukte, Medizintechnik und Folien für Laptop- und Fernsehbildschirme her.

Auch in der Solar- und Windenergiebranche hat 3M bereits einen Fuß in der Tür. Dort liefert der Konzern Folien, Dichtungsmassen und Beschichtungen. Dazu gehören zum Beispiel Folien, die Solarzellen schützen, und eine neue Spiegelfolie, die künftig schwere Glasspiegel in Kraftwerken ersetzen soll, wie sie beim Wüstenprojekt Desertec diskutiert werden. An die Windenergiebranche verkauft 3M spezielle Klebebänder, um die Kanten der Rotorblätter vor Erosion zu schützen.

Bei der Produktentwicklung für erneuerbare Energien setzt der Konzern auf seine mehr als 40 weltweiten Technologieplattformen. Diese nutzt er als Basis für alle seine etwa 50 000 Produkte, die er in sechs Sparten bündelt. Dass 3M nun auch zum ersten Mal Unternehmen aus dem Wind- und Solarenergiemarkt übernehmen will, entspricht dem derzeitigen Trend.

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