Auf zu neuen Ufern
Pharmakonzerne müssen sich umorientieren

Den Pharmariesen bleibt kaum eine andere Wahl: Alle müssen sie sich mehr oder weniger stark in Fernost einbringen. Ob sie so allerdings die Verluste durch die auslaufenden Patente ausgleichen können, steht in Frage.
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FrankfurtWeg von den weißen Pillen und weg von den westlichen Märkten: So brachte Glaxo-SmithKline-Chef Andrew Witty nach seinem Amtsantritt 2008 die neue Strategie des britischen Pharmakonzerns auf den Punkt. Das eine bedeutet eine Hinwendung zu Segmenten, in denen billige Nachahmerprodukte nicht so einfach angreifen können. Das andere heißt, in Ländern zu investieren, die weitaus größere Wachstumsraten als die entwickelten Märkte in den USA und Europa versprechen.

Aktuelle Prognosen zum Weltpharmamarkt zeigen, dass der Glaxo-Chef richtig lag: Allein die vier BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China werden nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts IMS Health im Jahr 2015 ein Fünftel des weltweiten Pharmamarkts bestreiten. Die fünf größten EU-Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien werden dann lediglich auf 13 Prozent Weltmarktanteil kommen.

Insbesondere in China ist die Entwicklung mit einem jährlichen Wachstum von mehr als 20 Prozent so dynamisch, dass IMS Health gerade dabei ist, seine Prognosen nach oben zu korrigieren.

„Die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen kommt in China viel schneller voran als bisher angenommen“, sagt Graham Lewis, Leiter des Bereichs Globale Pharmastrategie bei IMS Health, im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir gehen jetzt davon aus, dass China schon im Jahr 2015 der zweitgrößte Pharmamarkt hinter den USA sein wird – mit einem Marktanteil von mehr als zwölf Prozent und knapp 130 Milliarden Dollar Umsatz.“

China, aktuell der drittgrößte Pharmamarkt, würde damit an Japan vorbeiziehen. Deutschland wird den Prognosen zufolge seinen Platz als viertgrößter Pharmamarkt der Welt mit etwa 40 Milliarden Dollar Umsatz behalten.

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