Aufatmen bei Actelion
Neues Medikament ist überlebenswichtig

Ein neues Lungenmedikament hat wichtige Etappenziele auf dem Weg zur Zulassung erreicht. Für Actelion ist das existentiell, denn ohne die Zulassung von Macitentan fehlt bald ein Mittel, das ausreichend Umsatz bringt.
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ZürichAufatmen beim Schweizer Biotechnologieunternehmen Actelion : Nach einer Serie von Rückschlägen ist es Europas Branchenführer gelungen, das Lungenmedikament Macitentan zur Zulassungsreife zu entwickeln und einen Nachfolger für den bisherigen Hauptumsatzträger Tracleer zu finden. Actelion will nach Angaben vom Montag im vierten Quartal weltweit die Zulassungsanträge einreichen. Die Nachricht löste an der Börse einen Kurssprung aus: Die Actelion-Aktien schossen 18 Prozent auf 40 Franken hoch.

Die in Allschwil nahe Basel ansässige Firma braucht dringend ein neues Medikament, weil der größte Teil des Umsatzes mit Tracleer erwirtschaftet wird und bisher keine Verbreiterung der Geschäftsbasis gelang. Das Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH) steuert mit 1,5 Milliarden Franken (1,2 Milliarden Euro) rund 90 Prozent zum Jahresumsatzes bei. Tracleer bekommt aber zunehmend Konkurrenz und 2015 läuft in wichtigen Märkten der Patentschutz ab. Kein Erfolg beschieden war den Präparaten gegen Hirnblutung, Lungenfibrose und Asthma sowie einem zusammen
mit GlaxoSmithKline entwickelten Schlafmittel.

Am Nachfolger Macitentan hängt nach Ansicht von Analysten deshalb die Zukunft der Biotech-Firma. Die Analysten des Brokers Jefferies erklärten: „Wesentlich ist, dass die bestmöglichen Ergebnisse der Phase-III-Studie für Macitentan Actelions PAH-Geschäft längerfristig sichern und zu einem Paradigmenwechsel in der Behandlung der Krankheit führen dürften.“

Im vergangenen Jahr hatte der Hedgefonds Elliott Advisors dem Actelion-Management eine riskante Geschäftsstrategie vorgeworfen und es gedrängt, einen Verkauf zu prüfen. Mit dem Versuch, durch eine Beteiligung von lediglich sechs Prozent die Kontrolle im Verwaltungsrat zu übernehmen, scheiterte Elliott allerdings und zog sich zurück. Die Ergebnisse der Macitentan-Tests könnten das Interesse an Actelion neu anfachen.

Große Pharmafirmen mit viel Geld in der Kasse sind auf der Suche nach Zukäufen, um ihre Produktpipelines aufzufüllen. Macitentan erwies sich in einer spätklinischen Studie als wirksam und sicher. Das Präparat hat als erstes Präparat das Potenzial, PAH-Patienten bei einer guten Lebensqualität ein längeres Leben zu ermöglichen. Als wichtig stuften Analysten zudem ein, dass es keine Anzeichen für Leberprobleme gab. Damit könnte anders als bei verfügbaren Behandlungen eine regelmäßige Kontrollen der Leberenzymwerte wegfallen. Die Analysten der UBS billigen Macitentan einen jährliches Umsatzpotenzial von bis zu 2,5 Milliarden Franken bis zum Jahr 2025 zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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