Aufbau im Abschwung
Trotz Rezession: 5000 neue Jobs bei Siemens

Der Mischkonzern hat allein in Deutschland 5000 neue Jobs geschaffen, wie das Handelsblatt erfahren hat. Weltweit waren es sogar 17000 Stellen. Vor allem in Forschung und Entwicklung stockte Siemens massiv auf. Und: Der Konzern will in der Verwaltung nicht mehr Stellen streichen als angekündigt.

MÜNCHEN. Bei Siemens ist der angekündigte Stellenabbau zwar bereits angelaufen, derzeit baut der Konzern aber noch immer massiv Arbeitsplätze auf. Allein in Deutschland seien im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 (30. September) netto 5000 Stellen geschaffen worden, sagte Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm dem Handelsblatt.

„Wir verschlanken uns in der Verwaltung und bauen vor allem in Forschung und Entwicklung auf.“ Weltweit schuf Siemens im Geschäftsjahr 17 000 Stellen. Den angekündigten Abbau von Stellen vor allem in der Verwaltung will Siemens trotz drohender Rezession nicht ausweiten.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte den Abbau von 17 200 Arbeitsplät-zen angekündigt. Der Konzern will so bis 2010 rund 1,2 Mrd. Euro Vertriebs- und Verwaltungskosten einsparen. Nach heftigen Protesten versprach Siemens, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Unser Kostensenkungsprogramm ist sehr gut angelaufen“, sagte Russwurm. Viele Beschäftigte hätten sich bereits für Lösungen entschieden, die das Unternehmen anbiete und seien beispielsweise auf einen neuen Posten bei Siemens gewechselt. Anderen Beschäftigten macht Siemens Abfindungsangebote.

Der Konzern werde sein Sparziel 2010 erreichen, sagte der Siemens-Vorstand. „Wir sind im Zielkorridor.“ Es gebe keinen Hinweis darauf, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten, um das Ziel zu erreichen. Daraus lässt sich schließen, dass Siemens derzeit keine Pläne hat, auf den im Juli verkündeten Stellenabbau noch einmal draufzusatteln.

Es sei gut, dass sich Siemens rechtzeitig vor dem Konjunktureinbruch wetterfest gemacht habe, sagte Russwurm. „Dass wir uns so früh darauf vorbereitet haben, hilft uns jetzt enorm. Viele ehemalige Kritiker sehen das heute genauso.“

Die Zahl der Siemens-Beschäftigten in Deutschland stieg 07/08 - auch durch Portfolio-Veränderungen - um 6000 auf rund 132 000. Weltweit war es ein Plus von 29 000 auf 427 000 Mitarbeiter. Russwurm sieht gute Chancen, dass sich der Beschäftigungsaufbau unter dem Strich trotz des Sparprogramms fortsetzt.

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