Aufbau von Arbeitsplätzen
EADS schweift in die Ferne

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will in Zukunft mehr Arbeitsplätze außerhalb Europas schaffen. Damit will der Flugzeugbauer die Abhängigkeit vom starken Euro reduzieren und den Zugang zu Märkten sichern.
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HB BERLIN. "Unser Ziel ist es, im Jahr 2020 rund 80 Prozent der Mitarbeiter in Europa zu haben", sagte EADS-Chef Louis Gallois der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht vom Samstag. Momentan arbeiteten 97 Prozent der EADS-Beschäftigten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien, obwohl der Konzern 75 Prozent seiner Produkte ausführe. Die Verschiebung soll Gallois zufolge aber nicht durch einen Arbeitsplatzabbau in den vier europäischen Ländern erreicht werden. "Wir wollen nicht Jobs verlagern, sondern zusätzliches Wachstum in anderen Staaten schaffen", sagte der Konzernchef.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen außerhalb Europas sei notwendig, um die Abhängigkeit vom starken Euro zu verringern und den Zugang zu Märkten zu sichern. Trotz des Wachstums in Asien und anderen außereuropäischen Märkten werde EADS seine Wurzeln nicht kappen. "Wir bleiben eine europäische Firma", sagte Gallois.

Die Grabenkämpfe in der Führungsspitze des Konzerns sind indes nach Einschätzung von Konzernchef Louis Gallois überstanden. "Im Topmanagement gibt es so gut wie keine nationalen Spannungen mehr", sagte er der "Welt am Sonntag". Auf den unteren Hierarchiestufen sieht der Franzose allerdings noch Verbesserungsbedarf. "Bei den Mitarbeitern in den Werken mag es manchmal noch zu Verstimmungen kommen." So gebe es immer wieder Diskussionen, ob die Arbeit zwischen den Ländern gerecht verteilt sei. Gerade in einer Wirtschaftskrise, wenn die Aufträge zurückgingen, könnten solche Probleme auftreten.

Gallois kündigte an, Lehren aus einer Mitarbeiterbefragung zu ziehen. In der hausinternen Umfrage hatten vier von fünf Mitarbeiter erklärt, sie fühlten sich von ihren Vorgesetzten alleine gelassen. Viele beklagten, ihre Ideen nicht einbringen zu können. "Die Umfrageergebnisse zeigen klar, dass unsere Mitarbeiter frustriert sind", sagte Gallois. "Wir müssen mehr auf ihre Sorgen, Wünsche und Ideen hören." Die Führungskräfte des Unternehmens sollten näher an die Beschäftigten rücken. "Die Mitarbeiter wollen nicht nur über E- Mail oder Telefon mit ihren Vorgesetzten kommunizieren. Sie wollen den direkten Kontakt."

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