Aufbau von Planungszentren außerhalb Europas
Airbus rekrutiert Ingenieure in aller Welt

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat angekündigt, die Zahl seiner Ingenieure in nächster Zeit massiv aufstocken zu wollen. Das Unternehmen sucht so viele Leute, dass es sie in Europa laut eigener Aussage nicht finden kann.

HB MÜNCHEN. „Wir haben bereits massiv Leute eingestellt und wollen allein in den nächsten 18 Monaten weitere 1200 zusätzliche erfahrene Entwickler gewinnen“, sagte Airbus-Chef Gustav Humbert in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“. Da geeignete Arbeitskräfte jedoch beispielsweise in Deutschland nicht leicht zu finden seien, habe Airbus Ingenieurzentren in den USA, Russland und China aufgebaut und plane einen solchen Schritt auch in Indien.

Mitte August hatte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gar gemeldet, Airbus wolle ein Werk in China errichten - zum 20. Jahrestag seines ersten Schritts auf dem chinesischen Markt. In diesem Jahr habe das Unternehmen bereits Aufträge für 59 Flugzeuge von fünf chinesischen Fluggesellschaften erhalten. Das sei ein Fünftel seines gesamten Auftragsvolumens. Bereits jetzt sei die Hälfte aller weltweit in Betrieb befindlichen 3700 Airbus-Maschinen mit Teilen bestückt, die in China hergestellt worden seien. Airbus hatte sich zu der Meldung bedeckt gehalten.

Nicht zuletzt durch die verzögerte Auslieferung des Großraumflugzeugs A380 war Airbus gezwungen worden, neue Leute einzustellen. Es werde bei einem sechsmonatigen Rückstand bleiben, kündigte Humbert an. Die ersten Maschinen würden bis Ende 2006 ausgeliefert. „Nicht früher, aber auch nicht später.“

Bei Airbus gibt es nach Humberts Worten derzeit keine Pläne, Rückstellungen für Schadenersatzzahlungen an die betroffenen Fluggesellschaften zu bilden: “Dazu gibt es keine Notwendigkeit. Das werden wir intern kompensieren“. Zur Größenordnung der voraussichtlichen Schadenersatzforderungen machte der Airbus-Chef keine Angaben. „Das tut uns zwar weh, bringt uns aber nicht um“, sagte er lediglich. Der Flugzeughersteller hatte zuletzt von einem Betrag von unter 100 Millionen Euro gesprochen.

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