Auffanggesellschaft: Probleme sind behoben
Opel kommt bei Zeugnissen nicht hinterher

HB BERLIN. Ehemalige Opel-Mitarbeiter, die im Rahmen der Sanierung des Autoherstellers in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) gewechselt sind, beklagen sich einem Bericht zufolge über Startschwierigkeiten der Auffanggesellschaft. Wie die in Mainz erscheinende «Allgemeine Zeitung» (AZ) am Samstag berichtete, kritisiert eine Gruppe von Ex-Opelanern in einem Brief Zeitverzögerungen, mangelnde Betreuung und organisatorische Probleme.

So seien bei den Vorgesprächen Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen versprochen worden. «Die Tatsache ist jedoch, dass bisher in dieser Richtung nichts geschah», zitierte die Zeitung aus dem Schreiben. Die acht Wochen seit dem Start der BQG seien ungenutzt verstrichen, bis erste Maßnahmen begonnen hätten. Der Schulungsort und die BQG MyPegasus, die die Ex-Opel-Beschäftigten aus Rüsselsheim beim Neuanfang begleiten soll, seien zu Beginn telefonisch gar nicht oder nur schwer erreichbar gewesen.

Weiter wurde moniert, dass Trainer über die Maßnahmen nicht ausreichend informiert gewesen seien. Auch sei man an wichtige Informationen mitunter nur durch Eigeninitiative gekommen, hieß es in dem Bericht weiter. Zwischen den Zeilen des Briefs sei Frustration und Verärgerung herauszulesen, so die «Allgemeine Zeitung».

2700 Ex-Opelmitarbeiter aus Rüsselsheim wechselten in die BQG, die ihnen den Weg zu einem neuen Job ebnen soll. Dazu hat die Gesellschaft ein Jahr Zeit. MyPegasus-Geschäftsführer Rainer Schwille bestätigte gegenüber der Zeitung auf Grund des immensen Umfangs des Projekts Startprobleme. Diese seien aber behoben. Das Gesamtprojekt laufe «außerordentlich gut», wurde Schwille zitiert. «Wir schleusen 2700 Menschen durch; etwas Vergleichbares gab es bislang nicht.»

Ex-Opelaner beklagen zudem, dass sie zwei Monate nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen noch keine Zeugnisse erhalten hätten. Die Adam Opel AG habe in einem Brief die Betroffenen um Verständnis und Geduld gebeten, so die «AZ». Die Vielzahl der Zeugnisse sei «eine sehr große organisatorische Herausforderung». Das Thema genieße aber «höchste Priorität». Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz erklärte, die ausgeschiedenen Mitarbeiter wollten schließlich «qualifizierte und individuelle Zeugnisse» bekommen, was Zeit brauche.

Franz und ein Sprecher von Opel versicherten, dass man Betroffenen, die einen neuen Job in greifbarer Nähe haben und jetzt eine Beurteilung brauchen, schnell und unbürokratisch helfen wolle. Auch wenn noch kein Zeugnis vorliege, sollte auf jeden Fall mit Bewerbungen gestartet werden, die Beurteilungen könnten jederzeit nachgereicht werden.

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